@article{Gatejel2016, author = {Gatejel, Luminita}, title = {Der Sound des Ostens. Trabant, Dacia und anderes automobiles Geratter}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {13}, number = {3}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-1397}, pages = {550 -- 557}, year = {2016}, abstract = {Was ist der Unterschied zwischen einem Trabi und einem D{\"u}senj{\"a}ger? Den D{\"u}senj{\"a}ger sieht man, bevor man ihn h{\"o}rt. Beim Trabi ist es umgekehrt. Autos aus der Produktion der sozialistischen Staaten gelten als {\"u}berholt, schadstoffreich und besonders laut. Dies ist nicht erst eine retrospektive Sicht. F{\"u}r die Besitzer solcher Autos in der Zeit der deutschen und europ{\"a}ischen Teilung waren sie sehr ambivalente Artefakte: Einerseits waren die M{\"a}ngel offenkundig, anderseits erfuhren die Autos Wertsch{\"a}tzung und Zuneigung, weil der Erwerb eines Pkws nach jahrelanger Wartezeit als wichtiges Zeichen der sozialen Distinktion galt. Die Achtung gegen{\"u}ber diesen Fahrzeugen war sogar derart verbreitet, dass selbst ein Kind schon anhand der Motorenger{\"a}usche erkennen konnte, ob es sich um einen Trabant oder einen Volga handelte. Ein Grund daf{\"u}r ist selbstverst{\"a}ndlich, dass es im Ostblock nur eine begrenzte Anzahl von Autoherstellern gab. Aber haupts{\"a}chlich beruhte diese F{\"a}higkeit, Motorger{\"a}usche voneinander zu unterscheiden, auf der pers{\"o}nlichen Erfahrung mit den Autos, die sehr intensiv sein konnte. Der Fokus auf die Ger{\"a}usche und die Materialit{\"a}t dieser Fahrzeuge erlaubt es daher zum einen, manche Missst{\"a}nde der staatssozialistischen automobilen Gesellschaften kenntlich zu machen; zum anderen gew{\"a}hrt er einen tieferen Einblick in die Alltags- und Erfahrungsgeschichte der Autofahrergemeinschaften.}, language = {de} }