@article{Walz2019, author = {Walz, Timo}, title = {Kampf um die rechte Ordnung. Sozialistische Strafverteidiger zwischen sp{\"a}tem Kaiserreich und »zweiter Revolution« 1919}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {16}, number = {2}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-1524}, pages = {232 -- 257}, year = {2019}, abstract = {Anhand einer Anwaltsgruppe um Kurt Rosenfeld und Theodor Liebknecht wird gezeigt, wie sozialistische Anw{\"a}lte Gerichtsverfahren sowie deren {\"o}ffentliche Wahrnehmung mitpr{\"a}gten und im Sinne der eigenen politischen Bewegung nutzbar machen konnten. Wie setzten sie juristische Verfahrensm{\"o}glichkeiten f{\"u}r weitergehende Ziele ein? Nach Hinweisen zu den Urspr{\"u}ngen dieses Anwaltstypus und den biographischen Hintergr{\"u}nden der Anw{\"a}lte fokussiert der Beitrag das Fallbeispiel der Berliner »Spartakusprozesse«. In diesen Verfahren gegen (angebliche) Beteiligte am Januar­aufstand 1919 klagten die untersuchten Anw{\"a}lte die Rechtsprechung, die neue Regierung und die bewaffnete Macht an. Schon hier stellten sie die f{\"u}r die Weimarer Republik zentralen Fragen nach der Legitimit{\"a}t und Legalit{\"a}t der Regierung sowie nach einer alternativen Ordnung. Deutlich wird ferner der besondere Resonanzraum f{\"u}r politische Strafverteidigung in Umbruchszeiten und f{\"u}r Anw{\"a}lte, die zugleich als Politiker {\"o}ffentlichkeitswirksam arbeiteten. Sozialistische Anw{\"a}lte k{\"o}nnen folglich nicht auf die Rolle von Kronzeugen gegen die einseitige Justiz der Weimarer Republik reduziert werden, sondern sie waren selbstbewusste Akteure, die zur Debatte um den rechtlichen und politischen Charakter der neuen Ordnung wesentlich beitrugen.}, language = {de} }