@article{Fickers2020, author = {Fickers, Andreas}, title = {Update f{\"u}r die Hermeneutik. Geschichtswissenschaft auf dem Weg zur digitalen Forensik?}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {17}, number = {1}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-1765}, pages = {157 -- 168}, year = {2020}, abstract = {»[…] wenn ›die Quelle‹ die Reliquie historischen Arbeitens ist - nicht nur {\"U}berbleibsel, sondern auch Objekt wissenschaftlicher Verehrung -, dann w{\"a}re analog ›das Archiv‹ die Kirche der Geschichtswissenschaft, in der die heiligen Handlungen des Suchens, Findens, Entdeckens und Erforschens vollzogen werden.« Achim Landwehr wirft in seinem geschichtstheoretischen Essay den Historikern ihren »Quellenglauben« vor - diese Kritik ließe sich im digitalen Zeitalter leicht auf die Heilsversprechen der Apostel der »Big Data Revolution« {\"u}bertragen. Zwar regen sich mittlerweile vermehrt Stimmen, die den »Wahnwitz« der digitalen Utopie in Frage stellen, doch wird der {\"o}ffentliche Diskurs weiterhin von jener Revolutionsrhetorik dominiert, die standardm{\"a}ßig als Begleitmusik neuer Technologien ert{\"o}nt. Statt in der intellektuell wenig fruchtbaren Dichotomie von Gegnern und Bef{\"u}rwortern, »First Movers« und Ignoranten zu verharren, welche die Landschaft der »Digital Humanities« ein wenig {\"u}berspitzt auch heute noch kennzeichnet, ist das Ziel dieses Beitrages eine praxeologische Reflexion, die den Einfluss von digitalen Infrastrukturen, digitalen Werkzeugen und digitalen »Quellen« auf die Praxis historischen Arbeitens zeigen m{\"o}chte. Ausgehend von der These, dass ebenjene digitalen Infrastrukturen, Werkzeuge und »Quellen« heute einen zentralen Einfluss darauf haben, wie wir Geschichte denken, erforschen und erz{\"a}hlen, pl{\"a}diert der Beitrag f{\"u}r ein »Update« der klassischen Hermeneutik in der Geschichtswissenschaft. Die kritische Reflexion {\"u}ber die konstitutive Rolle des Digitalen in der Konstruktion und Vermittlung historischen Wissens ist nicht nur eine Frage epistemologischer Dringlichkeit, sondern zentraler Bestandteil der Selbstverst{\"a}ndigung eines Faches, dessen Anspruch als Wissenschaft sich auf die Methoden der Quellenkritik gr{\"u}ndet.}, language = {de} }