@article{Riekenberg2008, author = {Riekenberg, Michael}, title = {Auf dem Holzweg? {\"U}ber Johan Galtungs Begriff der „strukturellen Gewalt"}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {5}, number = {1}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-1870}, pages = {172 -- 177}, year = {2008}, abstract = {Die Resonanz, die Johan Galtungs Begriff der „strukturellen Gewalt" in der Literatur erzielt hat, ist bemerkenswert. Denn mit mittlerweile einigem Abstand betrachtet wird deutlich, dass in diesem Begriff von Beginn an eine nicht unerhebliche Diskrepanz existierte zwischen dem, was er in methodisch redlicher Manier f{\"u}r das wissenschaftliche Denken zu bew{\"a}ltigen versprach, und den Anspr{\"u}chen an das Verst{\"a}ndnis nicht allein von Gewalt, sondern von Gesellschaft {\"u}berhaupt, die er gleichzeitig weckte. Dabei d{\"u}rfte ein Streit m{\"u}ßig sein, ob diese Diskrepanz im Begriff selbst angelegt war oder aber bloß das Ergebnis seiner Rezeption bzw. Interpretation darstellte. Letzteres war offenkundig der Fall, erging es dem Begriff doch so, wie es meist mit Begriffen geschieht, die viel zitiert werden und auf ganz verschiedene Ph{\"a}nomene Anwendung finden - bei der „strukturellen Gewalt" bis hin zur Analyse grammatikalischer Muster als Medium von Herrschaft. In der Regel werden solche Begriffe vage, sie verlieren an Pr{\"a}zision. Doch lag das Problem nicht nur in der Rezeption des Begriffs begr{\"u}ndet. Vielmehr war die Definition des Begriffs selbst von Anfang an unscharf und gab zu Missverst{\"a}ndnissen Anlass. Die Anforderungen an einen wissenschaftlichen Begriff, klar und eindeutig zu sein, erf{\"u}llte dieser Begriff nicht. So war seine Karriere wohl auch dem Umstand zu verdanken, dass er in der politischen {\"O}ffentlichkeit Aufmerksamkeit, teils Zuspruch fand.}, language = {de} }