@article{Novy2008, author = {Novy, Johannes}, title = {Die Entdeckung der „Mannigfaltigkeit". Wie Jane Jacobs' „Tod und Leben großer amerikanischer St{\"a}dte" die Stadtforschung ver{\"a}nderte}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {4}, number = {3}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-1887}, pages = {456 -- 460}, year = {2008}, abstract = {Als die im April 2006 mit 89 Jahren verstorbene Stadtforscherin Jane Jacobs im Oktober 2004 f{\"u}r einen letzten Vortrag in ihre ehemalige Heimatstadt New York zur{\"u}ckkehrte, bereitete ihr das Publikum einen großen Empfang. Fast die gesamte Urbanisten- und Planungsprominenz der Stadt war erschienen und feierte die 1968 nach Kanada ausgewanderte „Grande Dame" der nordamerikanischen Stadtforschung mit stehenden Ovationen. Einer Einladung des New Yorker City Colleges folgend, war sie gekommen, um die Auftaktrede f{\"u}r eine neue Vorlesungsreihe zu Ehren Lewis Mumfords zu halten, der an dem besagten College im Norden Manhattans studiert hatte. Es war, als schl{\"o}sse sich ein Kreis: Jacobs' Karriere hatte 1961 mit der Publikation ihres Erstlingswerks „Death and Life of Great American Cities" in New York ihren Anfang genommen; der Inhalt dieses Buchs verwickelte sie dann in einen Jahre andauernden Streit mit Mumford. Am Ende ihres Schaffens angelangt, entschied sie sich als erste Referentin der zu Mumfords Ehren eingerichteten Vorlesungsreihe, in New York ihren alten Gegenspieler zu w{\"u}rdigen. Bedeutungsschwer war Jacobs' Auftritt aber auch deshalb, weil er zum Ausdruck brachte, wie sehr sich das Verh{\"a}ltnis zwischen der Planungskritikerin Jacobs und der planenden Zunft in den USA {\"u}ber die Jahrzehnte ge{\"a}ndert hatte. Zu Beginn ihrer Karriere wegen ihrer mangelnden akademischen Ausbildung in der von M{\"a}nnern dominierten Profession noch als „Hausfrau" bel{\"a}chelt, stieg Jacobs innerhalb weniger Jahre zu einer der meistbeachteten Pers{\"o}nlichkeiten der amerikanischen Stadtforschung auf. Jacobs' Bedeutung als Kritikerin modernistischer Planungsexzesse und Mitbegr{\"u}nderin eines neuen Verst{\"a}ndnisses st{\"a}dtischer Entwicklung und Planung ist Grund genug, sich ihres ersten und wohl wichtigsten Werks erneut zu widmen - dem Essay „Death and Life of Great American Cities", der in einem deutschen Nachruf auf Jacobs als „urbanistische Bibel des sp{\"a}ten 20. Jahrhunderts" bezeichnet wurde.}, language = {de} }