@article{Bernsee2020, author = {Bernsee, Robert}, title = {Pillen und Patente. Geistiges Eigentum im deutschen Kapitalismus am Beispiel der Pharmabranche (1950-2000)}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {17}, number = {2}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-1951}, pages = {283 -- 307}, year = {2020}, abstract = {Anhand der bundesdeutschen Pharmawirtschaft, genauer der Unternehmen Bayer, Hoechst, Merck und Schering, wird gezeigt, dass die Bedeutung von Patentrechten f{\"u}r die Gesundheits{\"o}konomie in der zweiten H{\"a}lfte des 20. Jahrhunderts deutlich wuchs: Die Unternehmen erh{\"o}hten nicht nur die Anzahl von Patenten, sondern auch die Investitionen in immaterielles Verm{\"o}gen erheblich. Die Kosten f{\"u}r Forschung und Entwicklung (F\&E) {\"u}berstiegen seit etwa Ende der 1970er-Jahre die Investitionen in Produktionsanlagen. Patente selbst avancierten zum Instrument, um unternehmensseitig den Wettbewerb zu beeinflussen. Das 1968 eingef{\"u}hrte »Stoffpatent« f{\"u}r neue chemische Verbindungen hatte daf{\"u}r erweiterte M{\"o}glichkeiten geschaffen. Patent- und Lizenzabteilungen wurden zu wichtigen Orten unternehmensinterner Entscheidungsfindung. Zudem wurden die Forschungsleistungen hervorgehoben, um den Anstieg der Arzneimittelpreise zu rechtfertigen. Der Aufsatz leistet einen Beitrag zur Beantwortung der Frage, wie und wann die bundesdeutsche Wirtschaft verst{\"a}rkt zu einer »Intangible Economy« wurde. Er verdeutlicht, wie relevant geistiges Eigentum f{\"u}r die Transformation seit den 1970er-Jahren war - und damit f{\"u}r die Zeitgeschichte des Kapitalismus als Kombination von Vermarktlichung und Verrechtlichung, von globalem Wettbewerb und nationalstaatlicher Regulierung.}, language = {de} }