@article{BerghoffThießen2020, author = {Berghoff, Hartmut and Thießen, Malte}, title = {Gesundheits{\"o}konomien. Zeithistorische Fragen, Befunde und Perspektiven}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {17}, number = {2}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-1954}, pages = {217 -- 233}, year = {2020}, abstract = {»So darf es nicht weitergehen«, forderten im September 2019 hunderte deutsche {\"A}rzte und Verb{\"a}nde des Gesundheitssektors. Sie formulierten eine flammende Anklage gegen »das Diktat der {\"O}konomie« und gegen eine »Enthumanisierung der Medizin« in Krankenh{\"a}usern und Arztpraxen. Dieser »{\"A}rzte-Appell« ist ein aktueller Beitrag zu einer langj{\"a}hrigen intensiven Debatte um das Verh{\"a}ltnis von Gesundheit und {\"O}konomie. In der {\"O}ffentlichkeit stehen die »Folgen der {\"O}konomisierung des Gesundheitswesens« meist als Menetekel f{\"u}r eine »Medizin ohne Empathie« und f{\"u}r die Versch{\"a}rfung sozialer Ungleichheiten am Krankenbett: Kinder, aber auch Migranten, Alte und Arme seien die Leidtragenden, wenn es »an Geld, {\"A}rzten und Pflegern« fehle. Die Binnenperspektive er{\"o}ffnet nicht minder alarmierende Einblicke. In einer Studie wurden 2018 zahlreiche Gesch{\"a}ftsf{\"u}hrer und {\"A}rzte an Kliniken zu betriebswirtschaftlichen Einfl{\"u}ssen auf ihre Arbeit befragt. Sie zeichneten ein bedr{\"u}ckendes Bild, das die Autoren der Studie wie folgt zusammenfassten: »Die Krankenhausmedizin nimmt fabrikm{\"a}ßige Z{\"u}ge an, die medizinische Arbeit wird f{\"u}r das {\"a}rztliche und pflegerische Personal tendenziell als fremdbestimmt erlebt. [...] Insofern ver{\"a}ndert die {\"O}konomisierung auch mittelbar den Charakter der Medizin.«}, language = {de} }