@article{Rahden2005, author = {Rahden, Till van}, title = {Demokratie und v{\"a}terliche Autorit{\"a}t. Das Karlsruher „Stichentscheid"-Urteil von 1959 in der politischen Kultur der fr{\"u}hen Bundesrepublik}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {2}, number = {2}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2010}, pages = {160 -- 179}, year = {2005}, abstract = {Im Juli 1959 erkl{\"a}rte das Bundesverfassungsgericht den so genannten „v{\"a}terlichen Stichentscheid" f{\"u}r verfassungswidrig. Mit dieser Entscheidung verwarf es zwei Paragraphen des Gleichberechtigungsgesetzes von 1957, in denen sich ein patriarchalisches Verst{\"a}ndnis elterlicher Autorit{\"a}t niedergeschlagen hatte. Diese Entscheidung des Gerichts l{\"a}sst sich als ein Durchbruch einer emanzipatorischen Geschlechterpolitik interpretieren. Die Argumentation der Richter entsprach einem in der westdeutschen {\"O}ffentlichkeit verbreiteten Bed{\"u}rfnis, v{\"a}terliche Autorit{\"a}t nicht mehr als ein nat{\"u}rliches Entscheidungsrecht des Mannes und ein hierarchisches Verh{\"a}ltnis von Befehl und Gehorsam zu interpretieren. Die Suche nach neuen Formen der Vaterschaft war in der fr{\"u}hen Bundesrepublik ein zentrales Thema der allgemeineren Selbstverst{\"a}ndigung {\"u}ber Autorit{\"a}t und Demokratie. In der Debatte um den „demokratischen Vater" experimentierten die Westdeutschen mit einem Lebensgef{\"u}hl, das es ihnen erlaubte, die Bundesrepublik nicht nur als Schicksal, sondern als Chance zu begreifen.}, language = {de} }