@article{Wildt2005, author = {Wildt, Michael}, title = {"Der Untergang". Ein Film inszeniert sich als Quelle}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {2}, number = {1}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2019}, pages = {131 -- 142}, year = {2005}, abstract = {Dieser Film ist eine Historikerfalle. Denn er l{\"a}dt mit geradezu offenen Armen dazu ein, seine Historizit{\"a}t zu untersuchen, und hat doch mit Geschichte so viel oder so wenig zu tun wie ein Film {\"u}ber die Meuterei auf der Bounty - allerdings mit der entscheidenden Differenz, dass uns Nazideutschland weit n{\"a}her liegt als der Alltag britischer Seeleute im 18. Jahrhundert. In dieser Ambivalenz zwischen Geschichte als Erz{\"a}hlung und tats{\"a}chlichem Geschehen der Vergangenheit, dem sich Historiker mit unterschiedlichsten Fragen und wissenschaftlichen Methoden widmen, bewegen sich „Der Untergang" und seine Rezeption. Bei einer Preview auf dem Historikertag in Kiel waren die Meinungen geteilt. Einer der großen alten NS-Forscher, Hermann Graml vom Institut f{\"u}r Zeitgeschichte in M{\"u}nchen, beurteilte den Film als „ganz hervorragend"; nie habe ein Spielfilm mehr „Einsicht in das Wesen dieses Regimes" vermittelt. Der K{\"o}lner Zeithistoriker Jost D{\"u}lffer empfand den „Untergang" dagegen als „Tabubruch", der die letzten Tage in Hitlers Bunker als „eine Art Opfergang" inszeniere. Hans Mommsen, der Doyen der NS-Historiker, merkte an, dass mit dem Bem{\"u}hen, Hitler so lebensgetreu wie m{\"o}glich darzustellen, noch keine sinnvolle historische Aussage gemacht sei. Einhellig wurde jedoch die Detailgenauigkeit des Films hervorgehoben.}, language = {de} }