@article{Winkler2021, author = {Winkler, Martina}, title = {Windeln wechseln f{\"u}r den Sozialismus? Elternratgeber in der Tschechoslowakei (1948-1989)}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {17}, number = {3}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2111}, pages = {445 -- 476}, year = {2021}, abstract = {Anhand von {\"u}ber 100 tschechischen und slowakischen Elternratgebern fragt der Aufsatz nach der Einbindung von Erziehungsnormen in Prozesse der Werte- und Gemeinschaftskonstruktion sowie nach der gesellschaftspolitischen Rolle von ExpertInnen. Die Analyse macht deutlich, dass Inhalte und Formen der Ratgeber nicht immer spezifisch sozialistisch waren. Vielmehr k{\"o}nnen die vermittelten Normen, die geschilderten Probleme und die vorgeschlagenen L{\"o}sungen auch in einen gesamteurop{\"a}ischen oder globalen Zusammenhang moderner Industriegesellschaften eingeordnet werden. F{\"u}r die 1950er-Jahre ist dabei eine Mischung aus sozialistischer Aufbaurhetorik und b{\"u}rgerlich anmutenden Familienidealen markant. Der revolution{\"a}re Ehrgeiz der tschechoslowakischen Politik nach 1948 ist in Elternratgebern nur sehr bedingt wiederzufinden. F{\"u}r die 1960er-Jahre ist eine Psychologisierung der Kindheit zu beobachten, welche Erziehungsfragen in kritische gesellschaftspolitische Perspektiven einordnete (Mangel an Zeit und Zuwendung f{\"u}r Kinder, einseitig technokratische Medizin etc.). Diese Betrachtungsweise wurde in der »Normalisierungszeit« nach 1968 weitergef{\"u}hrt. Zugleich stiegen die Anspr{\"u}che an Elternschaft und Erziehung. Damit wurden Elternratgeber zu Instrumenten der Normen- und Konsensbildung, Disziplinierung und Subjektformung im sp{\"a}ten Sozialismus.}, language = {de} }