@article{Braun2021, author = {Braun, Jutta}, title = {Die Realit{\"a}t der Fiktion. Historische Erfahrung und Futurologie im Werk von Stanisław Lem - zum 100. Geburtstag}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {18}, number = {1}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2290}, pages = {214 -- 224}, year = {2021}, abstract = {Zeit seines Lebens hat sich Stanisław Lem (1921-2006) dagegen verwehrt, Science-Fiction-Autor genannt zu werden. Nat{\"u}rlich war er selbst an dieser Etikettierung nicht ganz schuldlos, denn wer einen Großteil seiner literarischen Sujets in außerirdische Welten verlagert, von denen »Roboterm{\"a}rchen« und »Sterntageb{\"u}cher« k{\"u}nden, dem mag es leicht passieren, dass er im Regal des Buchladens neben Perry Rhodan landet. Doch hat Lem nicht allein futuristische Szenerien entworfen. Sein erster Roman »Das Hospital der Verkl{\"a}rung« war ein {\"u}beraus realistisches Werk, noch dazu mit dem Blick in einen historischen Abgrund: Beschrieben wird die Konfrontation eines jungen polnischen Arztes mit dem Patientenmord an den Bewohner*innen einer Nervenheilanstalt w{\"a}hrend des Zweiten Weltkrieges durch die deutschen Besatzungstruppen. Dieser Erstling ist hinter den Spiralnebeln der sp{\"a}teren Bestseller des Autors lange Zeit weitgehend verborgen geblieben. Doch ist die Darstellung nicht allein aufgrund ihrer literarischen Qualit{\"a}t bedeutsam, sondern stellt, 1948 geschrieben, eine der ersten intellektuellen Reflexionen des nationalsozialistischen Krankenmordes dar. Vor allem tr{\"a}gt der Text zur Erhellung einer wesentlichen biographischen Dimension von Stanisław Lem bei: seiner eigenen und famili{\"a}ren Erfahrung von Gewaltherrschaft und Besatzungszeit.}, language = {de} }