@article{Sabrow2021, author = {Sabrow, Martin}, title = {Nostalgie als historisches Zeit-Wort}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {18}, number = {1}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2295}, pages = {140 -- 150}, year = {2021}, abstract = {Neuzeitliche Kunstw{\"o}rter entbehren h{\"a}ufig der Anschaulichkeit und semantischen Eindeutigkeit. Was genau unter gegenwartsbezogenen Kreuz- und Kofferw{\"o}rtern wie »Bionik«, »Glokalisierung« oder »Stagflation« zu verstehen ist, bleibt im allgemeinen Sprachgebrauch diffus, und nicht anders ergeht es fachsprachlichen Neologismen wie »Demokratur« oder »autolit{\"a}r« in der Zeitgeschichte. Diese Feststellung gilt in noch h{\"o}herem Maße f{\"u}r Wortsch{\"o}pfungen an der Schwelle zur Moderne, die erst nach Auswanderung aus ihrem Fachkontext sprachliche Popularit{\"a}t gewannen, w{\"a}hrend ihre Ursprungsverwendung sich wieder verlor: Mit Monomanie, Neurasthenie und auch Nostalgie werden in der Medizin pathologische Ph{\"a}nomene im Grenz­bereich von Gesundheit und Krankheit bezeichnet, die erst durch die Sprachsch{\"o}pfung als Krankheit konstituiert wurden und heute als »verg{\"a}ngliche Krankheitskonzepte« gelten, stattdessen aber zeitweilig oder dauerhaft Eingang in die Alltagssprache fanden.}, language = {de} }