@article{Leinung2022, author = {Leinung, Mona}, title = {Positive Poster. Schwule M{\"a}nnlichkeiten auf Plakaten zur Aids-Pr{\"a}vention}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {18}, number = {3}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2377}, pages = {620 -- 636}, year = {2022}, abstract = {Wirft man einen Blick in die Aids-Plakatsammlung des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden oder in die Best{\"a}nde zu diesem Thema im Deutschen Plakat Museum im Museum Folkwang in Essen, so findet man etwa dies: Eine Trans-Person mit rotgeschminkten Lippen und farbenpr{\"a}chtig schattierten Augenlidern blickt ernst und fordernd in die Kamera. »DON'T STOP PASSION, STOP AIDS«, steht in Versalien {\"u}ber dem Portr{\"a}t geschrieben, das eine Plakatkampagne ziert, die vom Ministerium f{\"u}r Gesundheit in Luxemburg 1996 in Auftrag gegeben wurde. »Strength comes from being safe«, ist auf einem anderen Plakat von 1994 aus Neuseeland zu lesen, auf dem sich zwei junge Maori sinnlich in weißen Laken r{\"a}keln. Wieder ein anderes Plakat, das 1986 von der Gesundheitsaufkl{\"a}rungsorganisation HERO in Baltimore herausgegeben wurde, zeigt zwei muskul{\"o}se M{\"a}nner in Unterhemden, deren K{\"o}rperhaltung zwischen Posing und Striptease changiert. »You won't believe what we like to wear in bed«, ist darauf zu lesen. Die Botschaft dieser drei Plakate ist angesichts der Slogans, des konkreten Imperativs im Plakattext (»Use Condoms«) oder des logo{\"a}hnlich platzierten Kondoms am unteren rechten Plakatrand unmissverst{\"a}ndlich: »Benutzt Kondome, sie sch{\"u}tzen vor Aids«. Damit k{\"o}nnen die Plakate als Beispiele f{\"u}r eine Pr{\"a}ventionsstrategie gelesen werden, die in vielen L{\"a}ndern seit Mitte der 1980er-Jahre dominierte. Das Ziel lautete, {\"u}ber Infektionswege aufzukl{\"a}ren und f{\"u}r ein Verhalten zu werben, das vor Ansteckung sch{\"u}tzen sollte. Dieser Konsens, auch »liberale AIDS-Politik« genannt, setzte verst{\"a}rkt auf Eigenverantwortlichkeit; der Fokus lag vor allem auf Botschaften wie safer sex und safer use.}, language = {de} }