@article{BarschB{\"o}sl2022, author = {Barsch, Sebastian and B{\"o}sl, Elsbeth}, title = {Disability History. Behinderung sichtbar machen: Emanzipationsbewegung und Forschungsfeld}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {19}, number = {2}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2440}, pages = {219 -- 234}, year = {2022}, abstract = {Was verr{\"a}t der Umgang mit Behinderung {\"u}ber moderne Gesellschaften? W{\"a}hrend in Arbeiten von Disability Historians zu lesen ist, dass die Linse »Behinderung« einen ganz neuen, kritischen Blick auf Kultur und Gesellschaft und ihren Umgang mit Diversit{\"a}t erm{\"o}gliche, erweckt die Durchsicht der großen Synthesen etwa zur bundesrepublikanischen Zeitgeschichte den Eindruck, dass es offenbar auch ohne diese Kategorie geht. Weder kommen Menschen mit Behinderung dort vor, noch wird »Behinderung« als Strukturkategorie verstanden. Dies erstaunt umso mehr, als die Relevanz des Ph{\"a}nomens nicht bestritten werden kann: Etwa ein Siebtel der Weltbev{\"o}lkerung lebt mit einer k{\"o}rperlichen, seelischen oder kognitiven Behinderung. In der Bundesrepublik ist dieser Wert kaum niedriger. Der Anteil derjenigen, die wir heute als Menschen mit Behinderungen bezeichnen w{\"u}rden, d{\"u}rfte in fr{\"u}heren Gesellschaften - legt man zum Beispiel die an Teilhabechancen orientierte Definition des deutschen Sozialgesetzbuches (SGB) IX zugrunde - mitunter noch gr{\"o}ßer gewesen sein. Die Geschichte dieser Menschen und des gesellschaftlichen Umgangs mit ihnen wurde von der historischen Forschung lange Zeit vernachl{\"a}ssigt. Die seit den 1980er-Jahren im Kontext der angels{\"a}chsischen Emanzipationsbewegung entstandene Disability History r{\"u}ckt beides ins Zentrum.}, language = {de} }