@article{Konopka2025, author = {Konopka, Torsten}, title = {Hilfe f{\"u}r Gewaltregime? Die bundesdeutsche Milit{\"a}rkooperation mit Ruanda (1962-1994)}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {21}, number = {2}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2938}, url = {https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:101:1-2512230055541.927849162223}, pages = {305 -- 330}, year = {2025}, abstract = {Seit Gr{\"u}ndung der Bundesrepublik Deutschland nehmen alle Bundesregierungen f{\"u}r sich in Anspruch, eine auf Frieden ausgerichtete Politik zu verfolgen. In Zeiten des Ost-West-Konflikts unterst{\"u}tzten sie in Afrika, Asien und Lateinamerika h{\"a}ufig aber auch autokratisch oder diktatorisch regierte Staaten mit fragw{\"u}rdiger Menschenrechtsbilanz - darunter das seit 1962 unabh{\"a}ngige Ruanda. 1994 ließ dort eine verbrecherische Elite Hunderttausende Tutsi ermorden. Die Bundesregierung hatte die am Genozid beteiligte ruandische Armee zwischen 1978 und 1994 durch eine Bundeswehr-Beratergruppe in Kigali unterst{\"u}tzt. Schon zuvor hatte es Ausr{\"u}stungs- und Ausbildungshilfen gegeben. Die Auswertung k{\"u}rzlich offengelegter Ministerial­akten zeigt allerdings, dass die Bundesministerien weniger an einer Effizienzsteigerung der ruandischen Streitkr{\"a}fte oder an einer Demokratisierung interessiert waren. In der Logik des Ost-West-Konflikts versuchten sie mit geringen Ressourcen gute Beziehungen zu pflegen und sich R{\"u}ckhalt f{\"u}r eigene Positionen zu sichern. Aufgrund außenpolitischer Abw{\"a}gungen hielt die Bundesregierung auch nach 1990 an der Milit{\"a}rkooperation fest. Von der Eskalation zum Genozid wurde sie {\"u}berrascht.}, language = {de} }