@article{Schmidt-HerzogBorck2026, author = {Schmidt-Herzog, Lisa and Borck, Cornelius}, title = {Psychiatrie - transkulturell. Erich Wulff und Hubertus Tellenbach: Positionen zur Kulturabh{\"a}ngigkeit von Krankheitskonzepten in den 1970er-Jahren}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {22}, number = {1}, publisher = {ZZF - Leibniz Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-3040}, url = {https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:101:1-2607070159468.579034780699}, pages = {25 -- 48}, year = {2026}, abstract = {Transkulturelle Psychiatrie ist heute der Name f{\"u}r ein Spezialgebiet zur psychiatrischen Versorgung von Menschen mit Migrationserfahrungen, w{\"a}hrend in der Vergangenheit unter dieser Bezeichnung methodische Grundsatzprobleme verhandelt wurden. Denn die Frage, inwieweit Krankheiten kulturell geformt sind, stellt sich in der Psychiatrie mit besonderer Dringlichkeit. F{\"u}r die psychiatrische Zeitgeschichte sind dabei vor allem die 1970er-Jahre aufschlussreich, als in der Bundesrepublik Deutschland sozialpsychiatrische Reformen einsetzten, w{\"a}hrend international um die Dekolonisierung gek{\"a}mpft wurde und die Weltgesundheitsorganisation das homogenisierende Leitbild Global Mental Health pr{\"a}gte. Vorgestellt und verglichen werden hier die f{\"u}r die Transkulturelle Psychiatrie in der Bundesrepublik zentralen Positionen von Erich Wulff und Hubertus Tellenbach. Trotz gemeinsamer philosophisch-methodenkritischer Ausgangspunkte entwickelten sie h{\"o}chst unterschiedliche Sichtweisen (historisch-materialistisch versus metaphysisch). Die damals verhandelte Spannung zwischen einem universalen Maßstab und kulturspezifischen Konzepten weist zugleich auf aktuelle postkoloniale Debatten zum Kulturrelativismus voraus.}, subject = {Wulff, Erich}, language = {de} }