@article{LuckgeiNolte2026, author = {Luckgei, Vera and Nolte, Karen}, title = {»Arbeit an den Ausgrenzungsstrukturen«. Diskurse zu Mehrfachdiskriminierung und feministischer Therapie in Westdeutschland seit den 1970er-Jahren}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {22}, number = {1}, publisher = {ZZF - Leibniz Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-3042}, url = {https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:101:1-2607070200026.867924681508}, pages = {75 -- 100}, year = {2026}, abstract = {In diesem Beitrag wird rekonstruiert, wie die Community feministischer Therapeutinnen von den 1970er-Jahren bis in die sp{\"a}ten 1990er-Jahre mit Konflikten, Ein- und Ausschl{\"u}ssen umging. Hauptquellen der Untersuchung sind die Dokumentationen der j{\"a}hrlichen Frauentherapiekongresse, die f{\"u}r die Geschichtsschreibung sozialer Bewegungen reichhaltiges Material liefern. Die Diskurse in diesem Forum wurden seit der Zeit der bundesdeutschen Psychiatrie-Enqu{\^e}te von 1975 gef{\"u}hrt, allerdings abseits des psychiatrischen Feldes im engeren Sinne. Ausgangspunkt war die feministische Psychiatriekritik an der Pathologisierung von Frauen. Dass sich neue Therapieformen entwickeln konnten, ist auch als Folge der {\"O}ffnung des psychiatrischen Feldes zu interpretieren: F{\"u}r Frauen wurde es m{\"o}glich, sich als Betroffene von sexistischer Diskriminierung zu begreifen und selbst aktiv zu werden. Die Entwicklung verlief jedoch keineswegs linear und war auch mit Verletzungen verbunden. Die Anerkennung lesbischer und/oder j{\"u}discher Frauen, von Frauen mit Migrationsgeschichte und/oder Behinderung - also die Sensibilit{\"a}t f{\"u}r Mehrfachdiskriminierung - war im Kontext der Frauentherapiekongresse lange nicht selbstverst{\"a}ndlich.}, language = {de} }