@incollection{Poutrus2017, author = {Poutrus, Patrice G.}, title = {Mit strengem Blick. Die sogenannten Polit. Emigranten in den Berichten des MfS}, booktitle = {Fremde und Fremd-Sein in der DDR. Zu historischen Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland}, editor = {Behrends, Jan C. and Lindenberger, Thomas and Poutrus, Patrice G.}, publisher = {Metropol}, address = {Berlin}, doi = {10.14765/zzf.dok.1.901}, publisher = {Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) - Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam (ZZF)}, pages = {231 -- 250}, year = {2017}, abstract = {Gemessen an der in den siebziger und achtziger Jahren wachsenden Zahl von Vertragsarbeitern und den sowjetischen Besatzungstruppen, die den gr{\"o}ßten Teil der st{\"a}ndig in der DDR anwesenden Ausl{\"a}nder ausmachten, waren die „Polit. Emigranten" die kleinste Gruppe von in der DDR lebenden Fremden. Dieser in der DDR-Amtssprache auch als „PE's" bezeichnete Personenkreis war von anderen Migrantengruppen durch seinen besonderen Aufenthaltsstatus im SED-Staat, durch das von der offiziellen Propaganda vorgestellte politische Ansehen und seine unmittelbare Aufnahme in das Alltagsleben in der DDR deutlich abzugrenzen. Idealtypisch sollten die „Polit. Emigranten" in der SED-Diktatur das Bild des „guten Ausl{\"a}nders", des Freiheitsk{\"a}mpfers bzw. Antifaschisten verk{\"o}rpern, also jenes Bild des „guten Inl{\"a}nders", das die SED-F{\"u}hrung vor allem f{\"u}r sich selbst in Anspruch nahm und mit dem sie ihre diktatorische Herrschaft in der DDR begr{\"u}ndete. Diese positive und gleichzeitig instrumentelle Darstellung der wenigen Fl{\"u}chtlinge des Kalten Krieges, die Asyl in der DDR suchten und erhielten, war aber weder geeignet, den Argwohn der Bev{\"o}lkerung gegen{\"u}ber der herrschenden Staatspartei abzubauen, noch trug sie dazu bei, ein vorurteilsfreies Zusammenleben von Fremden und Einheimischen zu f{\"o}rdern. Schließlich beobachtete der zentralisierte Geheimdienstapparat der DDR, das Ministerium f{\"u}r Staatssicherheit (MfS), die „Polit. Emigranten" genauso mißtrauisch wie die deutsche Bev{\"o}lkerung. Der Anfangsverdacht der SED galt der ausl{\"a}ndischen Herkunft der Einen und der Sehnsucht der Anderen nach dem unerreichbaren Ausland. Anhand der f{\"u}r diesen Beitrag haupts{\"a}chlich benutzten Quellen aus dem Archiv der Bundesbeauftragten f{\"u}r die Unterlagen des Staatsicherheitsdienstes der ehemaligen DDR l{\"a}ßt sich klar ablesen, daß unter den Bedingungen der SED-Diktatur Toleranz gegen{\"u}ber dem „Anderen" oder „Fremden" keine geforderte Tugend war und so nur bedingt erlernt bzw. gelebt werden konnte.}, language = {de} }