@article{Hoffmann2015, author = {Hoffmann, Detlef}, title = {»Auch in der Nazizeit war zw{\"o}lfmal Spargelzeit«. Die Vielfalt der Bilder und der Primat der Rassenpolitik}, journal = {Fotogeschichte}, number = {63}, pages = {57 -- 68}, year = {2015}, abstract = {Banale Fragestellungen sollten nur dann n{\"u}tzlich sein, wenn die Banalit{\"a}t des Festgestellten so banal nicht ist. Das heißt: Wenn gesagt werden muß - und das Zitat stammt aus einer Satire daß auch in der Nazizeit zw{\"o}lfmal Spargelzeit gewesen w{\"a}re, dann gibt es zwei einander entgegengesetzte Gr{\"u}nde f{\"u}r diesen Satz. Der erste w{\"a}re, daß es auch zwischen 1933 und 1945 ein ganz normales Leben gegeben habe, das neben oder gar unabh{\"a}ngig von dem Verbrechen stattfand, dem das St{\"a}dtchen Auschwitz seinen Namen geben mußte. Es g{\"a}be danach in der Nazi-Zeit ein Leben ohne Verbrechen und ein Leben mit Verbrechen. Das erstere sei von dem letzteren zu trennen. Der zweite, entgegengesetzte Grund f{\"u}r das Diktum w{\"a}re der Hinweis, daß auch die Spargelzeit eine andere war, wenn sie gleichzeitig mit dem Verbrechen stattfand. Doch die Alternative w{\"a}re nicht mit so starkem Engagement debattiert worden, versteckte sich nicht die Frage nach der Schuld und damit nach den Schuldigen hinter der Er{\"o}rterung, ob es zwischen 1933 und 1945 ein Leben ohne Auschwitz gegeben haben konnte. Die Kollektivschulddebatte der Nachkriegsjahre f{\"u}hrte, wie wir wissen, zu keinem Abschluß, mit dem Buch von Daniel Goldhagen steht sie wieder als Interpretationsraster zur Verf{\"u}gung.}, language = {de} }