@incollection{Barck2017, author = {Barck, Simone}, title = {Widerstands-Geschichten und Helden-Berichte}, booktitle = {Geschichte als Herrschaftsdiskurs. Der Umgang mit der Vergangenheit in der DDR}, editor = {Sabrow, Martin}, publisher = {B{\"o}hlau}, address = {K{\"o}ln}, doi = {10.14765/zzf.dok.1.1059}, series = {Zeithistorische Studien}, number = {14}, publisher = {Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) - Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam (ZZF)}, pages = {119 -- 173}, year = {2017}, abstract = {Einem weitgehend einhelligen Konsens dar{\"u}ber, daß der Antifaschismus f{\"u}r die DDR zum zentralen legitimierenden Gr{\"u}ndungsmythos wurde, stehen bisher nur wenige konkrete Untersuchungen gegen{\"u}ber, die Auskunft {\"u}ber die historischen Etappen der Entwicklung dieses Mythos in seinen inhaltlichen, narrativen und visuellen Dimensionen geben. Das gilt auch f{\"u}r den Widerstandsdiskurs, dem innerhalb des Antifaschismus ein bevorzugter Platz zugewiesen worden war. Die fr{\"u}he {\"U}berformung der Geschichtlichkeit des Widerstandes durch abstrakte Heroisierungen und ideologische Indienstnahmen w{\"a}hrend der Zeit von 40 Jahren konnte erst nach 1989/90 genauer in ihren Konturen beleuchtet werden. Dabei zeigte sich ein Untersuchungsbedarf f{\"u}r die Art und Weise der Produktion und der Verwaltung des historischen Wissens {\"u}ber den Widerstand sowie der Formen des {\"o}ffentlichen Umgangs mit seiner Geschichte, seinen Ereignissen und Akteuren. Damit ist ein komplexes Gef{\"u}ge von Strategien und Abh{\"a}ngigkeiten, von Ideologien und Mentalit{\"a}ten ber{\"u}hrt, dessen diskursbildende Energien und identit{\"a}tsstiftende Wirkungen noch genauerer Analyse bed{\"u}rfen. Die Rekonstruktion der Regeln, nach denen die Leitbilder vom Widerstand etabliert und verbreitet wurden, die Analyse der produzierten und rezipierten historischen Wissensbest{\"a}nde sowie die Ausschließungen, Ausgrenzungen und Tabuisierungen auf diesem stets umk{\"a}mpften Feld und nicht zuletzt die Rolle der Akteure dieses Diskurses geh{\"o}ren zu einem (verwirrenden) Geflecht mit politischen, wissenschaftlichen und k{\"u}nstlerisch-kulturellen Dimensionen. Im folgenden werden Widerstandsgeschichten der f{\"u}nfziger Jahre erz{\"a}hlt, die diese Diskurse mitpr{\"a}gten, sinnstiftend auff{\"u}llen halfen, sich aber auch querl{\"a}ufig und randst{\"a}ndig entwickelten. Das untersuchte Material kann in vielem als repr{\"a}sentativ f{\"u}r den historischen Herrschaftsdiskurs gelten. Jedoch wird angestrebt, in einem Verfahren, das Walter Benjamin als „die Geschichte gegen den Strich b{\"u}rsten" definierte, jene ungewollten „Wahrheiten" und historischen Botschaften aufzufinden, die neben den hochoffiziellen gew{\"u}nschten jene un-repr{\"a}sentativen Wahmehmungsweisen und Erfahrungshorizonte enthielten und auf die ihnen eigene Weise innerhalb dieses Diskurses wirken konnten. Repr{\"a}sentative Materialien historiographischer, archivalischer und literarischer Art werden mit verschwiegenen oder verborgenen Widerstands-Zeugnissen konfrontiert, um die zentralen und die marginalen Elemente innerhalb des Diskurses in ihren Beziehungen, Brechungen und Ausblendungen historisch-genetisch genauer fassen zu k{\"o}nnen. Es wird daher auch an verdr{\"a}ngte und an weggeschobene Segmente des Widerstandsdiskurses zu erinnern sein.}, language = {de} }