@incollection{Sabrow2017, author = {Sabrow, Martin}, title = {Einleitung: Geschichtsdiskurs und Doktringesellschaft}, booktitle = {Geschichte als Herrschaftsdiskurs. Der Umgang mit der Vergangenheit in der DDR}, editor = {Sabrow, Martin}, publisher = {B{\"o}hlau}, address = {K{\"o}ln}, doi = {10.14765/zzf.dok.1.1061}, series = {Zeithistorische Studien}, number = {14}, publisher = {Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) - Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam (ZZF)}, pages = {9 -- 35}, year = {2017}, abstract = {F{\"u}r den 17. Dezember 1958 hatte die Abteilung Wissenschaften des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands zu einer Besprechung „im Großen Sitzungssaal des Zentralhauses der Einheit" gebeten, auf der sich im Beisein des Staats- und Parteichefs die Elite der ostdeutschen Historikerschaft versammelte. Unter den Eingeladenen waren Institutsdirektoren, Universit{\"a}tsprofessoren und Parteihistoriker, und sie waren zusammen- gekommen, um zusammen mit der politischen F{\"u}hrung des Landes {\"u}ber die Stellung der DDR-Geschichtswissenschaft gegen{\"u}ber ihrer bundesdeutschen Schwesterdisziplin zu beraten. Um in die einzelnen Aspekte des Themas einzuf{\"u}hren, waren prominente Referenten gewonnen worden, und der Parteichef selbst trug zu der Frage vor, wie die Beziehungen zwischen Geschichtswissenschaft und Politik unter seinem Bonner Amtskollegen geregelt seien: „Die Historiker [...] arbeiten gegenw{\"a}rtig f{\"u}r die Durchf{\"u}hrung des psychologischen Krieges, und Adenauer hat sie ganz h{\"u}bsch an die Strippe genommen. Welches ist die Aufgabe, die Adenauer ihnen gestellt hat? Adenauer hat diese ganzen Historiker zusammen genommen und ihnen klar gemacht, daß sie beweisen m{\"u}ssen die geschichtliche Notwendigkeit der europ{\"a}ischen Integration und die Rolle Westdeutschlands in der NATO. Und sie schreiben alle tapfer in dem Sinne, wie ihnen das angeordnet wurde, alle, angefangen bei Ritter bis hin zum letzten Schulmeister in den D{\"o}rfern. [...] Die ganze Geschichtsschreibung, wie sie dort im Westen betrieben wird, dient dieser Aufgabe. Es gibt dort eine einheitlich ideologisch-politische Leitung der gesamten Geschichtsforschung. [...] Die Geschichtsschreibung Westdeutschlands ist auf die Durchf{\"u}hrung des psychologischen Krieges abgestellt und darauf, daß im Jahre 1961 die R{\"u}stung der westdeutschen NATO-Truppen fertig ist, und bis zu dieser Zeit muß die entsprechende ideologische Verseuchung in Westdeutschland erreicht sein. Das ist dort exakt ausgearbeitet."}, language = {de} }