@incollection{Behrends2017, author = {Behrends, Jan C.}, title = {Sowjetische „Freunde" und fremde „Russen". Deutsch-sowjetische Freundschaft zwischen Ideologie und Alltag (1949-1990)}, booktitle = {Fremde und Fremd-Sein in der DDR. Zu historischen Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland}, editor = {Behrends, Jan C. and Lindenberger, Thomas and Poutrus, Patrice G.}, publisher = {Metropol}, address = {Berlin}, doi = {10.14765/zzf.dok.1.895}, publisher = {Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) - Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam (ZZF)}, pages = {75 -- 98}, year = {2017}, abstract = {Der Einmarsch der Roten Armee in die {\"o}stlichen Gebiete des Deutschen Reiches im Fr{\"u}hjahr 1945 stellte eine einschneidende Erfahrung dar, die sich deutlich von den gleichzeitigen Erlebnissen des Kriegsendes im Westen unterschied. Die M{\"o}glichkeiten, von diesen Erfahrungen mit den „fremden Russen" zu erz{\"a}hlen, waren jedoch in den vierzig Jahren SED-Herrschaft stark beschr{\"a}nkt. Darum verschwanden die Erinnerungen „zunehmend aus der {\"O}ffentlichkeit, um sich im Privaten einzunisten. Hier, im privaten Kreis, existierten sie bis zum Ende der DDR." In der kontrollierten {\"O}ffentlichkeit der DDR verhinderten die herrschenden Kommunisten einen offenen Umgang mit der Erinnerung an den Einmarsch jener „fremden" Soldaten, die ein neues Gesellschaftssystem mitgebracht hatten. In den Jahren der Besatzungsherrschaft hatte die Sowjetische Milit{\"a}radministration (SMAD) entscheidenden Anteil an der Durchsetzung des staatssozialistischen Herrschaftssystems. W{\"a}hrend der folgenden 40 Jahre bildeten dann die sowjetischen Soldaten nicht nur die R{\"u}ckversicherung f{\"u}r die SED-Herrschaft, sondern auch die gr{\"o}ßte Gruppe von „Fremden" in der DDR. Als Milit{\"a}rs lebten sie stark abgeschirmt von der Zivilbev{\"o}lkerung in ihren Standorten. Da seit Sommer 1949 behauptet wurde, das Verh{\"a}ltnis zwischen der deutschen Zivilbev{\"o}lkerung und den sowjetischen Truppen beruhe auf „freundschaftlicher Grundlage", gab es auch nach dem Ende der Besatzungszeit kaum M{\"o}glichkeiten, Konflikte zwischen beiden Seiten zu thematisieren. Vielmehr setzte die SED - im Einvernehmen mit ihren sowjetischen Partnern - der Rede {\"u}bereinander und dem Umgang miteinander enge Grenzen'. Die {\"o}ffentliche Rede {\"u}ber die Sowjets wurde durch die Freundschaftsideologie eingegrenzt, in ihren Standorten lebten die sowjetischen Soldaten abgegrenzt und schließlich stieß die herrschende SED bei ihrem Versuch, die Bev{\"o}lkerung im Sinne der Freundschaft zur Sowjetunion umzuerziehen, best{\"a}ndig an die Grenzen ihres Einflusses.4 Wie die Freundschaft zur Sowjetunion erfunden wurde, welchen Stellenwert sie hatte, wie Teile der Bev{\"o}lkerung auf den Versuch der SED reagierten, ein neues Bild von den Sowjets als verpflichtend durchzusetzen, und welche Konflikte trotz des Anspruchs einer allseitigen Harmonisierung der Beziehungen zwischen Deutschen und Russen weiterexistierten, soll im folgenden umrissen werden.}, language = {de} }