@incollection{Heumos2017, author = {Heumos, Peter}, title = {Zum industriellen Konflikt in der Tschechoslowakei 1945-1968}, booktitle = {Arbeiter im Staatssozialismus. Ideologischer Anspruch und soziale Wirklichkeit}, editor = {H{\"u}bner, Peter and Kleßmann, Christoph and Tenfelde, Klaus}, publisher = {B{\"o}hlau}, address = {K{\"o}ln}, doi = {10.14765/zzf.dok.1.982}, series = {Zeithistorische Studien}, number = {31}, publisher = {Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) - Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam (ZZF)}, pages = {473 -- 497}, year = {2017}, abstract = {Die Regularien der Austragung von Arbeitsk{\"a}mpfen, die in der tschechoslowakischen Republik zwischen 1918 und 1938 institutionalisiert und kodifiziert wurden, sind bereits vor der kommunistischen Macht{\"u}bernahme (Februar 1948) so weit ausgeh{\"o}hlt worden, daß die Errichtung des Machtmonopols der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KPTsch) unter diesem Gesichtspunkt nicht als qualitative Z{\"a}sur betrachtet werden kann. Ausschlaggebend f{\"u}r die Erosion der rechtlichen, organisatorischen und politisch-sozialen Grundlagen von Arbeitsk{\"a}mpfen war das machtpolitische Konfliktszenarium der formal demokratisch verfaßten Nachkriegsrepublik (1945-1948), d. h. die oft dargestellten Auseinandersetzungen zwischen der KPTsch und den anderen Parteien der Nationalen Front, in deren Verlauf die legitime Verfolgung von Gruppeninteressen und das freie Ausschwingen sozialer Konflikte in beiden politischen Lagern rigoros parteipolitischem Kalk{\"u}l untergeordnet wurden. Unser Thema ist daf{\"u}r ein besonders anschauliches Beispiel. Die Parteien rechts von Kommunisten und Sozialdemokraten forderten einen restriktiven Umgang mit Arbeitsk{\"a}mpfen, um dem sozialen Radikalismus und der politischen Mobilisierung der Industriearbeiterschaft, die in der Masse zur Klientel der KPTsch geh{\"o}rte, das Wasser abgraben zu k{\"o}nnen. Auf der Gegenseite akzeptierte und unterst{\"u}tzte das linke Machtkartell, das die kommunistische Partei und die im Mai 1945 als Einheitsgewerkschaft gegr{\"u}ndete Revolution{\"a}re Gewerkschaftsbewegung (ROH) bildeten, industrielle Konflikte nur insoweit, als diese mit seinen klassenpolitischen Zielsetzungen und dem - wenn auch zun{\"a}chst vage formulierten - volksdemokratischen Konzept vereinbar erschienen. Das verdeutlichen in erster Linie die von den beiden Organisationen teils selbst organisierten, teils nachtr{\"a}glich in Regie genommenen politischen Streiks f{\"u}r die Verstaatlichung von Industriebetrieben oder gegen die Restitution industrieller Konfiskatę in privates Eigentum.}, language = {de} }