@article{Bauer2015, author = {Bauer, Susanne}, title = {Lenin spannt aus. Alexander Sinowjews »Homo sovieticus« - eine mehrfache Provokation}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {11}, number = {3}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-1467}, pages = {485 -- 492}, year = {2015}, abstract = {Ein Denkmal in Gursuf, einem Schwarzmeerk{\"u}stenort auf der Krim - man k{\"o}nnte es betiteln mit »Lenin spannt aus«. Statt der gewohnten Lenin-Statuen aus sowjetischer Zeit, die aufrecht stehend mit großer Geste den Weg in eine »strahlende Zukunft« (so auch ein weiterer Romantitel Sinowjews) weisen, finden wir in Gursuf einen ebenso {\"u}berlebensgroßen, erhabenen Lenin vor; er sitzt mit {\"u}bereinander geschlagenen Beinen, fast in Urlaubshaltung auf einer Bank vor einer prunkvollen Villa, die in der UdSSR dem Sanatorium des Verteidigungsministeriums zugeordnet war. Bereits in der fr{\"u}hen Sowjetunion - in den 1920er-Jahren - hatte Lenin dekretiert, die Kurorte der Krim seien f{\"u}r die Arbeiter und Bauern zu nutzen sowie die Villen und Besitzt{\"u}mer der Adligen in entsprechende Sanatorien umzuwandeln. Die gesamte Schwarzmeerk{\"u}ste der Sowjetunion wurde als Kurregion entwickelt. So ließ Stalin einst Sotschi - 2014 die Stadt Putins subtropischer Winterolympiade - als Modell-Kurstadt und Prestigeprojekt ausbauen. Die Krim, deren Badeorte bereits auf das 19. Jahrhundert zur{\"u}ckgingen, und vor allem die Gegend um Jalta - auch russische Riviera genannt - wurde zur wichtigsten Erholungs- und Sanatorienregion der UdSSR.}, language = {de} }