@article{Pollack2011, author = {Pollack, Detlef}, title = {Rekonstruktion statt Dekonstruktion. F{\"u}r eine Historisierung der S{\"a}kularisierungsthese}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {7}, number = {3}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-1686}, pages = {433 -- 439}, year = {2011}, abstract = {Die These von der „Wiederkehr der G{\"o}tter" hat die Sozial- und Geisteswissenschaften erfasst. Als h{\"a}tte man nur auf das Stichwort gewartet, so bereitwillig wird die Behauptung von der Renaissance des Religi{\"o}sen und seiner Entprivatisierung aufgegriffen, und so eifrig werden immer wieder Belege daf{\"u}r beigebracht, dass das Verh{\"a}ltnis von Religion und Moderne neu zu denken sei. Nicht mehr die Spannung zwischen Religion und Moderne interessiert, sondern ihre Kompatibilit{\"a}t. Nicht mehr die negativen Auswirkungen der Moderne auf die Integrationsf{\"a}higkeit von Religion und Kirchen werden analysiert; im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen die religionsproduktiven Potenzen der Moderne und deren religi{\"o}se Wurzeln. Folgt man Sozialwissenschaftlern wie Wolfgang Kn{\"o}bl, Hans Joas, Jos{\´e} Casanova oder Talal Asad, dann ist die S{\"a}kularisierungsthese strikt abzulehnen. Prozesse der Modernisierung und funktionalen Differenzierung f{\"u}hrten nicht zwangsl{\"a}ufig zur S{\"a}kularisierung; zwischen beiden bestehe vielmehr ein kontingentes Verh{\"a}ltnis. Doch nicht nur in der Soziologie und Ethnologie h{\"a}ufen sich die skeptischen Stimmen gegen{\"u}ber der S{\"a}kularisierungsthese. Der Abschied von ihr wird auch in den Geschichts- und Religionswissenschaften auf breiter Front vollzogen.}, language = {de} }