@article{Fiedler2019, author = {Fiedler, Lutz}, title = {Prek{\"a}re Zugeh{\"o}rigkeit. Carl-Jacob Danzigers/Joachim Chaim Schwarz' autobiographische Romane}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {16}, number = {3}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-1733}, pages = {591 -- 602}, year = {2019}, abstract = {Im September 1976 ver{\"o}ffentlichte Heinrich B{\"o}ll, Literaturnobelpreistr{\"a}ger und einer der meistbeachteten Schriftsteller der Bundesrepublik, die Besprechung eines gerade ver{\"o}ffentlichten Buches, dessen Autor zwar in der DDR lebte, seinen Text jedoch beim kleinen Werner Geb{\"u}hr Verlag in Stuttgart zum Druck gegeben hatte. Faszination und Anziehung versprach der schmale Band schon wegen seiner Entstehung »im Grenzstreifen zwischen DDR und Bundesrepublik« (so B{\"o}ll); deshalb wurde er unter einem Pseudonym - Carl-Jacob Danziger - ver{\"o}ffentlicht. Gr{\"o}ßer noch war das Interesse aber, weil es sich bei dem Buch mit dem ironisch distanzierten und in Anf{\"u}hrungszeichen gesetzten Titel »Die Partei hat immer recht« um den autobiographischen Roman eines Schriftstellers handelte, der sich zuerst voll und ganz dem sozialistischen Selbstverst{\"a}ndnis der DDR verschrieben, mit seinem Buch nun jedoch die Geschichte seiner Entt{\"a}uschungen vorgelegt hatte. »Danzigers schlimmste S{\"u}nde aber ist, daß er sich f{\"u}r Realismus und nicht f{\"u}r sozialistischen Realismus entscheidet«, fasste B{\"o}ll die von Danziger niedergelegte Konfrontation seiner einstigen sozialistischen Utopie mit der Realit{\"a}t des DDR-Sozialismus zusammen. Hier lag die Geschichte einer Entfremdung und Abwendung vor. Auch deshalb wurde Danzigers Roman in der Bundesrepublik schnell große Aufmerksamkeit zuteil; Journalisten w{\"u}rdigten ihn als Ausdruck von »zivilem Ungehorsam«, »Auswurf des Gewissens« und einer pers{\"o}nlichen Abrechnung mit der Partei.}, language = {de} }