@incollection{B{\"u}schelSpeich Chass{\´e}2009, author = {B{\"u}schel, Hubertus and Speich Chass{\´e}, Daniel}, title = {Einleitung - Konjunkturen, Probleme und Perspektiven der Globalgeschichte von Entwicklungszusammenarbeit}, booktitle = {Entwicklungswelten. Globalgeschichte der Entwicklungszusammenarbeit}, editor = {B{\"u}schel, Hubertus and Speich Chass{\´e}, Daniel}, publisher = {Campus}, address = {Frankfurt a.M.}, pages = {7 -- 29}, year = {2009}, abstract = {1955 schrieb die amerikanische Anthropologin Margaret Mead in einem von der UNESCO herausgegebenen Band mit dem Titel Cultural Patterns and Technical Change, man m{\"u}sse in der Entwicklungsarbeit in »{\"U}bersee« darauf achten, dass die Menschen, deren allt{\"a}gliche Lebenswelt sich durch die »Entwicklungshilfe« schnell und einschneidend ver{\"a}ndere, m{\"o}glichst geringen psychischen und sozialen Schaden nehmen. Gerade bei den technischen Umbr{\"u}chen k{\"o}nne es in der »Heilsgewissheit schneller Ver{\"a}nderungen« zu unvorhergesehenen St{\"o}rungen kommen. Beispielsweise k{\"o}nnten Traktoren in den l{\"a}ndlichen Gebieten der »Dritten Welt« auf die Bauern erschreckend und terrorisierend wirken, Stress ausl{\"o}sen und zu psychischen Problemen f{\"u}hren. Mead war zu jener Zeit f{\"u}r die 1948 gegr{\"u}ndete World Federation of Mental Health (WFMH) t{\"a}tig, eine K{\"o}rperschaft der UNO, in deren Rahmen sich gleich mehrfache Entwicklungswelten {\"u}berlagerten. Die dort verfolgten Diskurse und Praktiken zielten darauf ab, die psychische Innenwelt als Resonanzraum und potentiellen St{\"o}rfaktor von technischen Entwicklungsprozessen zur Geltung zu bringen. Zugleich machte man nicht nur das seelische Wohlbefinden der »zu Entwickelnden« zum Gegenstand der Sorge, sondern wollte auch durch Seminare und Anleitungsb{\"u}cher friktionsfreie Kommunikationsr{\"a}ume schaffen, in denen ein »friedliches Zusammenleben« zwischen Entwicklungsexperten, Counterparts und Anwohnern vor Ort m{\"o}glich w{\"u}rde - so {\"a}ußerte sich jedenfalls der Leiter der WFMH, der ehemalige Milit{\"a}rpsychiater John Rawlings Rees. Fundamentale Zweifel an den Entwicklungszielen der Technisierung und an der Hierarchisierung der Verh{\"a}ltnisse in der Entwicklungsarbeit {\"a}ußerten Mead und Rees trotz aller Warnungen vor psychischen Sch{\"a}den nicht. Vielmehr ordneten sie sich in eine Expertengemeinschaft ein, in der Fachvertreter verschiedener Disziplinen - der Psychologie, der Soziologe, der Anthropologie und der Geschichtswissenschaft, vor allem aber der {\"O}konomie und der Ingenieurwissenschaften - neue Weltentwicklungsstrategien erarbeiteten, mit deren Hilfe die sozio{\"o}konomische Ungleichheit auf der Erde zum Verschwinden gebracht werden sollte.}, language = {de} }