@article{Gammerl2022, author = {Gammerl, Benno}, title = {Differenzkompetenz statt Identit{\"a}tspolitik. Eve Kosofsky Sedgwicks »Epistemology of the Closet« (1990)}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {18}, number = {3}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2375}, pages = {644 -- 651}, year = {2022}, abstract = {Angesichts heutiger Debatten {\"u}ber sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sowie {\"u}ber die Frage, wer in der {\"O}ffentlichkeit sicht- und h{\"o}rbar werden sollte, ist »Epistemology of the Closet« brandaktuell. Immer {\"o}fter beschweren sich alte, heterosexuelle und weiße Cis-M{\"a}nner dar{\"u}ber, dass sie angeblich nichts mehr sagen d{\"u}rften. Im Zeichen einer neuen Identit{\"a}tspolitik, so die Sorge, besch{\"a}ftige sich eine Vielzahl kleiner Gruppen mit ihren je eigenen Anliegen, aber niemand habe mehr das große Ganze, den gesellschaftlichen Zusammenhang im Blick. Dabei geht es doch eher darum, dass die Beschwerdef{\"u}hrer nicht mehr so selbstherrlich wie noch vor 30 Jahren f{\"u}r die Allgemeinheit sprechen und die Diskurshoheit f{\"u}r sich beanspruchen k{\"o}nnen. Das Buch »Epistemology of the Closet« steht am Anfang dieser Entwicklung. Es handelt von der Sichtbarmachung des lange verheimlichten gleichgeschlechtlichen Begehrens und nimmt der heterosexuellen Dominanz ihre Unschuld, markiert sie als eine Struktur der Unterdr{\"u}ckung. Gleichzeitig enth{\"a}lt das Buch aber auch Zweifel an allzu festgefahrenen Vorstellungen von individueller und kollektiver Identit{\"a}t. Es begr{\"u}ndet also das, was man heutzutage als Identit{\"a}tspolitik bezeichnet, und unterl{\"a}uft es zugleich.}, language = {de} }