@article{Marstaller2022, author = {Marstaller, Vera}, title = {Im Anzug. »Er. Die Zeitschrift f{\"u}r den Herrn« (1950/51)}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {18}, number = {3}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2378}, pages = {603 -- 619}, year = {2022}, abstract = {Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Geschlechterordnung im Umbruch. Durch die allm{\"a}hliche R{\"u}ckkehr der Soldaten in die zivile Gesellschaft mochte der Beginn neuer Geschlechterkonstellationen angelegt sein, doch war anfangs nicht klar zu erkennen, in welche Richtung die Entwicklung gehen w{\"u}rde. Die verbreitete Vorstellung einer deutschen »Stunde Null«, der die Hoffnung auf einen - von der NS-Vergangenheit und den Massenverbrechen losgel{\"o}sten - Neuanfang eingeschrieben war, wurde durch die mediale Inszenierung heldenhafter »Tr{\"u}mmerfrauen« verst{\"a}rkt. Beide Mythen halten wissenschaftlichen Analysen nicht stand. Doch verweisen sie darauf, dass nach der milit{\"a}rischen Niederlage des Deutschen Reiches die soldatische M{\"a}nnlichkeit ihr Verehrungs- und Orientierungspotential verloren hatte. »Der besiegte Held hat h{\"o}chstens Anspruch auf Mitleid«, hatte beispielsweise Walther von Hollander, ein sowohl im Nationalsozialismus als auch in der Bundesrepublik beliebter Schriftsteller, Journalist und Lebensberater, in der Frauenzeitschrift »Constanze« 1948 in Bezug auf die deutschen Soldaten verk{\"u}ndet - und »Mitleid« war sowohl w{\"a}hrend als auch nach dem Zweiten Weltkrieg durchaus negativ konnotiert. Statt der m{\"a}nnlichen Soldaten waren zudem auf einmal die sich f{\"u}r das Wohl der deutschen Gesellschaft einsetzenden Frauen heroisierbar - zumindest dann, wenn sie den Schutt aus dem Weg r{\"a}umten, den Krieg und NS-Herrschaft hinterlassen hatten.}, language = {de} }