@article{Wildt2022, author = {Wildt, Michael}, title = {Was heißt: Singularit{\"a}t des Holocaust?}, journal = {Zeithistorische Forschungen - Studies in Contemporary History}, volume = {19}, number = {1}, publisher = {ZZF - Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2405}, pages = {128 -- 147}, year = {2022}, abstract = {In der aktuellen Debatte um Holocaust, Kolonialismus und Erinnerung hat Per Leo j{\"u}ngst angeregt, dass Historikerinnen und Historiker irritierende Fragen stellen sollten. Diesem, wie ich finde, klugen Vorschlag folgend, m{\"o}chte ich hier diskutieren, ob und inwieweit die Rede von der Singularit{\"a}t des Holocaust angemessen, sinnvoll, erkenntnisf{\"o}rdernd ist. Wie ist sie (in der Bundesrepublik) entstanden, und worin k{\"o}nnte heute ihre Aussagekraft liegen? M{\"u}sste die Perspektive nicht erweitert werden? Solche Fragen f{\"u}hren in das Zentrum einer Debatte, die hierzulande seit der Auseinandersetzung vom Fr{\"u}hjahr 2020 um den afrikanischen postkolonialen Theoretiker Achille Mbembe heftig entbrannt ist, dem der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung Felix Klein vorwarf, den Holocaust zu relativieren. Die vor allem in den Feuilletons gef{\"u}hrte Debatte versch{\"a}rfte sich, als der in den USA lehrende Historiker A. Dirk Moses im Mai 2021 mit einem provokanten Essay die deutsche Erinnerungskultur kritisierte: In der Fixierung auf den Holocaust w{\"u}rden die Kolonialverbrechen ausgeblendet. Die Kontroverse um Antisemitismus auf der diesj{\"a}hrigen documenta bildete mit den schrillen T{\"o}nen zweifellos den vorl{\"a}ufigen Tiefpunkt dieser Debatte. Nachdenkliche Argumente wie von Micha Brumlik, Sebastian Conrad, Charlotte Wiedemann oder Natan Sznaider scheinen kaum noch Geh{\"o}r zu finden.}, language = {de} }