@incollection{Saryusz-Wolska2021, author = {Saryusz-Wolska, Magdalena}, title = {Zwischen den Schichten lesen. "Am gr{\"u}nen Strand der Spree" und die Authentisierung der Holocaustdarstellung}, booktitle = {Echt inszeniert. Historische Authentizit{\"a}t und Medien in der Moderne}, editor = {Classen, Christoph and Saupe, Achim and Wagner, Hans-Ulrich}, publisher = {Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung (ZZF): zdbooks}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2446}, pages = {127 -- 161}, year = {2021}, abstract = {Der Aufsatz pr{\"a}sentiert die multimediale Geschichte des Romans, H{\"o}rspiels und Fernsehfilms »Am gr{\"u}nen Strand der Spree«, die zwischen 1955 und 1960 in Westdeutschland publiziert wurden. Darin schildern der Autor Hans Scholz bzw. die Regisseure Gert Westphal und Fritz Umgelter unter anderem die Massenerschießung von Juden in der sowjetischen Stadt Orscha im Herbst 1941. Der Romanautor beteuerte, die Beschreibung basiere auf seinen eigenen Kriegserinnerungen, und nahm f{\"u}r sich die Position eines Augenzeugen in Anspruch. Zugleich passte er das Bild des Verbrechens an die mutmaßlichen Erwartungen seiner Leser*innen an. {\"A}hnlich agierten die Regisseure des H{\"o}rspiels und Fernsehfilms. Jede Version entfernte sich von den Ereignissen, die w{\"a}hrend des Ostfeldzugs tats{\"a}chlich stattfanden, und {\"a}hnelte zunehmend den Erzeugnissen der bundesdeutschen Erinnerungskultur, die Leid und Heldentum deutscher Soldaten in den Vordergrund stellte. Nichtsdestotrotz hielten die Rezipient*innen - darunter zahlreiche Kriegsveteranen - die Szene aus Orscha f{\"u}r besonders »authentisch«. Anhand von Aussagen in zeitgen{\"o}ssischen Besprechungen, Briefen und Interviews wird die Vorstellung von angeblich »authentischen Kriegsbildern« in der Bundesrepublik diskutiert.}, language = {de} }