@misc{Schattenberg2024, author = {Schattenberg, Susanne}, title = {Wiederauferstehung oder erneuter Untergang der UdSSR? Die Putin-Doktrin}, publisher = {ZZF - Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung: zdbooks}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2757}, pages = {49 -- 52}, year = {2024}, abstract = {Die Welt befindet sich noch immer im Schock, weil niemand glaubte, Putin w{\"u}rde tats{\"a}chlich die Ukraine {\"u}berfallen. Von den drei Szenarien angesichts des seit Herbst letzten Jahres nicht abreißenden russischen Truppenaufmarschs an der ukrainischen Grenze war dies das unwahrscheinlichste. Viel zu hoch erschien das Risiko: Wie w{\"u}rde Putin seiner Bev{\"o}lkerung einen Krieg gegen das „Brudervolk" verkaufen, wie seine kriegsabgeneigte Bev{\"o}lkerung auf unz{\"a}hlige Tote vorbereiten? Der Fehler lag darin, nicht in Putins Propaganda-Kategorien zu denken, mit denen der Krieg zur „Spezialoperation" und der Angriff zur „Befreiung" wurde. Das noch gr{\"o}ßere Vers{\"a}umnis lag darin, dass wir Russlandkenner*innen nicht mit Milit{\"a}rstrateg*innen sprachen, die h{\"a}tten erl{\"a}utern k{\"o}nnen, dass Putin nach dem Lehrbuch des Krieges im 21. Jahrhundert vorgehen w{\"u}rde: erst mit Raketen und schwerer Artillerie alles ausschalten, was die dann nachr{\"u}ckenden Soldaten gef{\"a}hrden k{\"o}nnte. In einem solchen chirurgischen Eingriff - den Feind wehrlos bomben, reingehen, die Regierung austauschen und wieder rausgehen - sah Putin offenbar eine reelle, wenn auch riskante, inzwischen vielleicht gescheiterte Chance, das wahrzumachen, was er bereits im Juli 2021 in einem historischen Essay zu Papier gebracht hatte: die Ukraine Russland wieder einzuverleiben.}, language = {de} }