@misc{Florin2024, author = {Florin, Moritz}, title = {Zentralasien und die Dekolonisierung der Osteuropaforschung. Gedanken anl{\"a}sslich des russischen {\"U}berfalls auf die Ukraine}, publisher = {ZZF - Leibniz-Zentrum f{\"u}r Zeithistorische Forschung: zdbooks}, address = {Potsdam}, doi = {10.14765/zzf.dok-2774}, pages = {167 -- 180}, year = {2024}, abstract = {Wie aus einer anderen {\"A}ra wirken meine Aufzeichnungen und Fotos von Reisen nach Russland und Zentralasien, die ich in diesen Tagen durchgehe. Sie erinnern mich etwa an eine Konferenz der Central Eurasian Studies Society im Sommer 2016. In Kazan trafen sich im Sommer 2016 Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen aus der Russischen F{\"o}deration, Tadschikistan, Kirgistan, Usbekistan, Kasachstan, Polen und Tschechien, aus dem Iran, Indien, den USA, Japan, Deutschland, Frankreich und Italien. Wir Teilnehmer:innen wurden das Gef{\"u}hl nicht los, dass unsere Gespr{\"a}che in englischer Sprache vor Ort kaum wahrgenommen wurden. Auch damals schon durchzog der Krieg in der Ukraine die Diskussionen. Es f{\"u}hlte sich falsch an, diese Konferenz in einem Staat durchzuf{\"u}hren, der seit zwei Jahren einen Teil des Nachbarlandes besetzt hatte. Welches war also unsere Rolle als Wissenschaftler:innen in diesem Staat, in dem muslimische Migrant:innen aus Zentralasien wie Angeh{\"o}rige einer niederen Kaste behandelt wurden, dessen Einwohner:innen sich angesichts der Besetzung der Krim von einem neuen Hurrapatriotismus hatten mitreißen lassen und in dem k{\"u}rzlich ein Politiker wie Boris Nemcov, der sich offen gegen die Politik Putins gewandt hatte, ermordet worden war?}, language = {de} }