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    <title>https://zeitgeschichte-digital.de/doks</title>
    <description>OPUS documents</description>
    <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/index/index/</link>
    <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 08:49:15 +0200</pubDate>
    <lastBuildDate>Thu, 02 Jul 2026 08:49:15 +0200</lastBuildDate>
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      <title>»Trinkend leben«? Ulrike Ottingers Spielfilm »Bildnis einer Trinkerin« (1979)</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3051</link>
      <description>»Sie, eine Frau von hoher Schönheit, von antiker Würde und raphaelischem Ebenmaß […] beschloß an einem sonnigen Wintertag La Rotonda zu verlassen. Sie löste ein Ticket aller jamais retour Berlin Tegel. Sie wollte ihre Vergangenheit vergessen, vielmehr verlassen, wie ein abbruchreifes Haus. Sie wollte sich mit all ihren Kräften auf eine Sache konzentrieren, ihre Sache; endlich ihrer Bestimmung zu leben war ihr alleiniger Wunsch. […] Berlin, eine Stadt, in der sie völlig fremd war, schien ihr der rechte Ort, ungestört ihrer Passion zu leben. Ihre Passion war zu trinken, leben um zu trinken, trinkend leben, das Leben einer Trinkerin.«</description>
      <author>Viola Balz</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3051</guid>
      <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 08:49:15 +0200</pubDate>
    </item>
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      <title>Wertschätzung und Pathologisierung. »Friedrich, der Mondgeistermaler« (1964): Ein Film über den Künstler Friedrich Schröder-Sonnenstern (1892–1982)</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3050</link>
      <description>»Aber eines sage ich nur Ihnen: es soll mir niemand mehr kommen und sagen, ein Schizophrener sei nicht einer schöpferischen Leistung fähig; bei Schröder ist wohl das ganz seltene Ereignis eingetreten, dass die Psychose einen durchschnittlichen Menschen zum schöpferischen Künstler erhoben hat.« Mit diesen begeisterten Worten berichtete der schweizerische Psychiater Alfred Bader (1919–2009) seinem österreichischen Kollegen und Freund Leo Navratil (1921–2006) von der Begegnung mit dem psychiatrieerfahrenen Künstler Friedrich Schröder-Sonnenstern (1892–1982) in West-Berlin 1964. Bader war gemeinsam mit dem Schweizer Filmemacher Ernest (Nag) Ansorge (1925–2013) in die Mauerstadt gereist, um einen Film über den kontrovers beurteilten Autodidakten Schröder-Sonnenstern zu drehen.</description>
      <author>Christof Beyer; Caterina Flor Gümpel</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3050</guid>
      <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 08:46:56 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Irren ist menschlich – immer noch! Relektüre eines psychiatriekritischen Lehrbuches von 1978</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3049</link>
      <description>»Irren ist menschlich«: Unter diesem Titel erschien 1978 erstmals ein »Lehrbuch der Psychiatrie/Psychotherapie«, das allen gewidmet war, »die sich in der Ausbildung befinden«, »die in der Psychiatrie arbeiten« und »die sich betroffen fühlen«. Adressiert wurde somit ein deutlich über das Fachpublikum hinausreichender Leser:innen­kreis, den die Autor:innen Klaus Dörner und Ursula Plog in der einführenden »Gebrauchsanweisung« (S. 9-16) weiter ausbuchstabierten: Das Buch solle nicht nur durch ein anstehendes Examen helfen und dem »psychiatrisch tätigen Leser« ein »nachdenklicheres«, »freudvolleres« Arbeiten ermöglichen, sondern »auch für Laien, Angehörige und Patienten« lesbar sein (S. 9). Grundsätzlich solle es »den Leser privat befähigen, mit sich und seinem Leben besser umzugehen« (ebd.). Durch diesen Anspruch überschreitet das Lehrbuch die Grenze zwischen psychiatrischem Fachbuch und allgemeiner Ratgeberliteratur. Es reiht sich so nicht nur in Publikationen ein, die die Neuorganisation des bundesdeutschen psychiatrischen Versorgungssystems diskutierten, sondern auch in den allgemeinen »Psychoboom« der 1970er-Jahre.</description>
      <author>Beate Binder</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3049</guid>
      <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 08:45:47 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Spaltung ohne Seele. »Anti-Ödipus« (1972) und das Subjekt im Kapitalismus</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3048</link>
      <description>»Anti-Ödipus. Kapitalismus und Schizophrenie« von Gilles Deleuze und Félix Guattari fällt in einer Klassifikation, die der französische Literaturwissenschaftler Pierre Bayard aufgestellt hat, unter die »Bücher, die man vom Hörensagen kennt«: Es »ist nicht nötig«, sie »in der Hand gehabt zu haben, um detailliert darüber zu sprechen, sofern man nur hört und liest, was andere Leser darüber sagen«. Von Anfang an waren die Lektüren indes uneins, wie das Buch überhaupt aufzufassen sei und welche Position es vertrete. Ungeachtet seiner näheren Einordnung in eine Geschichte der French Theory ist vor allem strittig geblieben, welche Stellung es zur Psychoanalyse und Psychiatrie bzw. Psychiatriekritik einnimmt. Manchen Lesarten, die dem Buch attestieren, es sei »faithful to Freud’s core insights«, stehen andere gegenüber, die es entweder als einen Rückfall hinter wesentliche Einsichten der Psychoanalyse ansehen oder aber als deren intransigente Kritik.</description>
      <author>Armin Schäfer</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3048</guid>
      <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 08:44:56 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>»Wir Kinder vom Bahnhof Zoo«. Ein Medienereignis als Quellenensemble: Zwischen jugendlichem Drogenelend, popkulturellem Mythos und offenen Fragen</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3047</link>
      <description>Das Buch »Wir Kinder vom Bahnhof Zoo« ist weit mehr als eines der erfolgreichsten Sachbücher der deutschen Nachkriegsgeschichte. Millionenfach verkauft, avancierte es binnen kürzester Zeit zur »Bibel der Turnschuhgeneration, die sich ›in die Leiden der heiligen Christiane‹ (Herbert Riehl-Heyse) so inbrünstig versenkt wie eine andere Generation einst in die des jungen Werther«. Die »heilige Christiane« war die 1962 in Hamburg geborene Christiane Vera Felscherinow, die mit schonungsloser Offenheit ihren Weg als minderjährige Schülerin in die Heroinsucht schilderte. Ihre Geschichte war dabei nicht nur die Beschreibung einer Flucht vor Langeweile, Frust, familiärer Gewalt, gesellschaftlicher Gleichgültigkeit und einer rastlosen Suche nach sozialer Anerkennung. Vielmehr löste sie zugleich eines der wohl größten Medienereignisse der 1970er- und 1980er-Jahre in der Bundesrepublik Deutschland aus. Denn das 1978 erschienene Buch generierte eine immense mediale, pädagogische und politische Aufmerksamkeit, die sich durch den Film von 1981 noch steigerte – abzulesen etwa an der Vielzahl deutscher und internationaler Rezensionen sowie der Kommentare, Leit­fäden und Ratgeber für Eltern und Lehrer*in­nen zum pädagogisch verantwortungsvollen Umgang mit Christiane F.s Schilderungen.</description>
      <author>Oliver Falk</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3047</guid>
      <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 08:43:53 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Beyond the Walls. Cross-Referencing Psychiatric Records, Reconstructing Biographies: Case Studies from Belgium</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3046</link>
      <description>In 1963, Anton D. and Marie M. were admitted to the Institute of Psychiatry in Brussels. The records produced during their stay document the conditions of their hospitalization and also reveal the many institutions they interacted with throughout their lives. While not all of these institutional connections left archival traces, some generated valuable records. By cross-referencing these sources – medical, administrative, police, and judicial – we can enhance their archival corpus and reconstruct their trajectories over time. Once gathered, these materials shed light on their individual paths and also provide insights into the long-term transformations of psychiatric care practices. With this article, I aim to demonstrate the potential of biographical reconstructions through the combination of such different materials, offering a closer understanding of the historical experience of psychiatric deinstitutionalization.</description>
      <author>Samuel Dal Zilio</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3046</guid>
      <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 08:43:02 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>True Crime und die Erklärung des Bösen. Forensische Psychiatrie zwischen Information und Entertainment</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3045</link>
      <description>True Crime – die Darstellung »wahrer Verbrechen« – gilt in seinen analogen, digitalen und interaktiven Formaten längst als Teil der (westlichen) Populärkultur und als »big business«. An Untersuchungen des Phänomens, das zuerst Buchmarkt und TV-Kanäle eroberte und aktuell das Netz flutet, mangelt es nicht. Eine expandierende medien-, literatur- und kulturwissenschaftliche Forschung fragt, wie die mediale Omnipräsenz brutaler Mörder und Serienkiller sowie die von ihnen ausgehende Faszination für das Publikum einzuordnen sind. Der Blick richtet sich dabei stark auf die USA und auf die Gegenwart. Exemplarisch steht hier Mark Seltzers Zeitdiagnose, die True Crime als Phänomen einer neuartigen »wound culture«, als populären Ausdruck einer »pathologischen Öffentlichkeit« sieht. Über »Fremd-Intimität« und »Stellvertreter-Gewalt« werde eine neue Form technisiert vermittelter Gemeinschaft hergestellt, in der sich die Trennung zwischen privat und öffentlich auflöse.</description>
      <author>Uta Hinz; Chantal Marazia; Heiner Fangerau</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3045</guid>
      <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 08:42:19 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Zwischen Selbsthilfe und feministischer Sozialarbeit. Der Umgang der westdeutschen Frauenbewegung mit psychischen Gewaltfolgen in den 1980er-Jahren</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3043</link>
      <description>Der Beitrag untersucht für die Bundesrepublik, wie es dazu kam, dass sich der Ansatz von Frauenhäusern und Notrufen in den 1980er-Jahren von der Selbsthilfe zu feministischer Sozialarbeit verschob und dass schließlich auch therapeutische Methoden einbezogen wurden. Dieser Wandel war, so die hier vertretene These, nicht nur der Institutionalisierung und Professionalisierung der Frauenprojekte geschuldet. Ein wichtiger Faktor war auch die aufkommende feministische Auseinandersetzung mit Traumatisierung als psychischer Folge von Gewalt. Anhand von Bewegungszeitschriften und Archivquellen wird nachgezeichnet, wie die Aktivistinnen vor dem Hintergrund ihrer Kritik an ignoranten Hilfestrukturen (der Psychiatrie, Psychotherapie, Soziale Hilfen etc.) und ihrem Selbsthilfeanspruch nicht-psychiatrisierende Erklärungen von psychischen Beeinträchtigungen gewaltbetroffener Frauen sowie alternative Hilfsangebote entwickelten. Damit trugen sie zu Verschiebungen der verflochtenen Normen von psychischer Gesundheit und Geschlecht und zur allmählichen Transformation des psychowissenschaftlichen Feldes bei.</description>
      <author>Ulrike Klöppel</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3043</guid>
      <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 08:40:58 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>»Arbeit an den Ausgrenzungsstrukturen«. Diskurse zu Mehrfachdiskriminierung und feministischer Therapie in Westdeutschland seit den 1970er-Jahren</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3042</link>
      <description>In diesem Beitrag wird rekonstruiert, wie die Community feministischer Therapeutinnen von den 1970er-Jahren bis in die späten 1990er-Jahre mit Konflikten, Ein- und Ausschlüssen umging. Hauptquellen der Untersuchung sind die Dokumentationen der jährlichen Frauentherapiekongresse, die für die Geschichtsschreibung sozialer Bewegungen reichhaltiges Material liefern. Die Diskurse in diesem Forum wurden seit der Zeit der bundesdeutschen Psychiatrie-Enquête von 1975 geführt, allerdings abseits des psychiatrischen Feldes im engeren Sinne. Ausgangspunkt war die feministische Psychiatriekritik an der Pathologisierung von Frauen. Dass sich neue Therapieformen entwickeln konnten, ist auch als Folge der Öffnung des psychiatrischen Feldes zu interpretieren: Für Frauen wurde es möglich, sich als Betroffene von sexistischer Diskriminierung zu begreifen und selbst aktiv zu werden. Die Entwicklung verlief jedoch keineswegs linear und war auch mit Verletzungen verbunden. Die Anerkennung lesbischer und/oder jüdischer Frauen, von Frauen mit Migrationsgeschichte und/oder Behinderung – also die Sensibilität für Mehrfachdiskriminierung – war im Kontext der Frauentherapiekongresse lange nicht selbstverständlich.</description>
      <author>Vera Luckgei; Karen Nolte</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3042</guid>
      <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 08:39:50 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Vom Psychoboom zum Psychomarkt. Medientechniken der Neo-Sannyas-Bewegung in den 1970er- und 1980er-Jahren</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3041</link>
      <description>Mit ihren auf Selbstentfaltung zielenden psycho-spirituellen Angeboten war die Neo-Sannyas-Bewegung um Bhagwan Shree Rajneesh alias Osho Teil des in den 1970er-Jahren aufkommenden »Psychobooms«. Gekennzeichnet durch eine Verwischung der Grenzen zwischen Therapie und transzendentaler Selbsterfahrung, lässt sich an dieser Bewegung die Erosion der Differenz von »normal« und »verrückt« exemplarisch darstellen. In dem Beitrag werden die enorme Medienproduktion der Sannyasins und ihre Funktionen untersucht. Die in Eigenregie hergestellten Zeitschriften, Bücher, Audio- und Videokassetten waren für den Zusammenhalt der Neo-Sannyas-Bewegung von entscheidender Bedeutung. Sie verbreiteten ein körperorientiertes spirituelles Psychowissen, das seinen Weg sogar auf die östliche Seite des »Eisernen Vorhangs« fand. Gleichzeitig erzeugten und festigten solche Medien die »Marke« Bhagwan auf einem boomenden, sich ausdifferenzierenden Psychomarkt. Als Quellen dienen die Medienprodukte sowie Archivalien und graue Literatur aus dem International Institute of Social History (Amsterdam), der Oregon Historical Society (Portland) und dem Stasi-Unterlagen-Archiv (Berlin), ergänzt um Interviews mit Zeitzeug:innen.</description>
      <author>Susanne Doetz</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3041</guid>
      <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 08:38:50 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Psychiatrie – transkulturell. Erich Wulff und Hubertus Tellenbach: Positionen zur Kulturabhängigkeit von Krankheitskonzepten in den 1970er-Jahren</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3040</link>
      <description>Transkulturelle Psychiatrie ist heute der Name für ein Spezialgebiet zur psychiatrischen Versorgung von Menschen mit Migrationserfahrungen, während in der Vergangenheit unter dieser Bezeichnung methodische Grundsatzprobleme verhandelt wurden. Denn die Frage, inwieweit Krankheiten kulturell geformt sind, stellt sich in der Psychiatrie mit besonderer Dringlichkeit. Für die psychiatrische Zeitgeschichte sind dabei vor allem die 1970er-Jahre aufschlussreich, als in der Bundesrepublik Deutschland sozialpsychiatrische Reformen einsetzten, während international um die Dekolonisierung gekämpft wurde und die Weltgesundheitsorganisation das homogenisierende Leitbild Global Mental Health prägte. Vorgestellt und verglichen werden hier die für die Transkulturelle Psychiatrie in der Bundesrepublik zentralen Positionen von Erich Wulff und Hubertus Tellenbach. Trotz gemeinsamer philosophisch-methodenkritischer Ausgangspunkte entwickelten sie höchst unterschiedliche Sichtweisen (historisch-materialistisch versus metaphysisch). Die damals verhandelte Spannung zwischen einem universalen Maßstab und kulturspezifischen Konzepten weist zugleich auf aktuelle postkoloniale Debatten zum Kulturrelativismus voraus.</description>
      <author>Lisa Schmidt-Herzog; Cornelius Borck</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3040</guid>
      <pubDate>Mon, 22 Jun 2026 11:40:52 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Normal verrückt. Was ist und welche Ziele verfolgt eine psychiatrische Zeitgeschichte?</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3039</link>
      <description>Die Geschichte der Psychiatrie ist nicht nur eine Geschichte der Differenz von »gesund« und »krank«, sondern auch von »normal« und »verrückt«. Das letztere Begriffspaar prägt seit der Aufklärung den Umgang mit psychischer Alterität. Mit ihm wurde in verschiedenen Kontexten eine nicht nur für die Psychiatrie konstitutive Wahrnehmung einer sozialen Devianz gefasst. Seit dem frühen 19. Jahrhundert dienten die Begriffe den bürgerlichen Gesellschaften europäischer Prägung zur Gegenüberstellung einer – westlichen, modernen, zivilisierten, männlichen etc. – »normalen« Vernunft auf der einen Seite und einer als »verrückt« (im Sinne von nicht gesellschaftskonform) ausgegrenzten, psychiatrisierten Unvernunft auf der anderen.</description>
      <author>Heiner Fangerau; Volker Hess; Cornelius Borck; Karen Nolte</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/3039</guid>
      <pubDate>Thu, 18 Jun 2026 16:27:28 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Zu diesem Heft</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2944</link>
      <description>»Wir wollen leben / nicht verrecken«, lautete eine Parole bei der Großdemonstration vom 23. Januar 1948 in München, die auf dem Cover dieser Ausgabe zu sehen ist. Die außergewöhnliche Dürre des Sommers 1947 führte im anschließenden Winter zu einer Ernährungskrise mit erheblichen sozialen und politischen Folgen, denen Victor Jaeschke in seinem Aufsatz am Beispiel der Bizone nachgeht. Die US-amerikanische und die britische Militärregierung im besetzten Deutschland hatten die Situation zunächst unterschätzt. Der Mangel an Saatgut, Futtermitteln und Dünger, an Wasser für Landwirtschaft, Kraftwerke und Feuerwehren sowie die schlechten Ernten des Jahres 1947 (nicht nur in Deutschland) ließen eine Hungerkatastrophe befürchten, schufen Verteilungskonflikte und gefährdeten die Legitimation der Besatzungsmächte. Durch massive US-amerikanische Lebensmittelimporte vor allem ab Dezember 1947 konnte die Not etwas gelindert werden, aber zum Zeitpunkt der abgebildeten Demonstration war die Lage weiterhin bedrohlich. Jaeschkes Aufsatz trägt nicht nur Neues zur Geschichte der alliierten Besatzungspolitik in Deutschland bei. Er lenkt den Blick auch darauf, dass die Erfahrungen von »Hungerwinter« und »Dürresommer« in der frühen Nachkriegszeit bereits wissenschaftliche Diskussionen über eine mögliche »Klimawende« in Europa auslösten. Wegen der offenkundigen Aktualität dieses Themas plädiert er dafür, Dürren und den politischen Umgang mit ihnen zeithistorisch breiter zu erforschen.</description>
      <author>Jan-Holger Kirsch</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2944</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 14:38:43 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>In this issue</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2945</link>
      <description>›We want to live / not to die like dogs‹ was one of the slogans chanted at a large demonstration in Munich on 23 January 1948, which is depicted on the cover of this issue. The exceptional drought of the summer of 1947 led to a food crisis in the following winter with considerable social and political consequences, which Victor Jaeschke examines in his article using the example of the Bizone. The American and British military governments in occupied Germany initially underestimated the situation. The shortage of seeds, animal feed and fertiliser, water for agriculture, power stations and fire brigades, as well as the poor harvests of 1947 (not only in Germany) gave rise to fears of a famine, created distribution conflicts and jeopardised the legitimacy of the occupying powers. Massive US food imports, especially from December 1947 onwards, alleviated the hardship somewhat, but at the time of the demonstration depicted on the cover, the situation remained dire. Jaeschke’s article not only contributes new insights into the history of Allied occupation policy in Germany; it also draws attention to the fact that the experiences of the ›hunger winter‹ and ›drought summer‹ in the early post-war period already triggered scientific discussions about possible ›climate change‹ in Europe. Because of the obvious topicality of this issue, Jaeschke argues for broader research into droughts and how they were dealt with politically in contemporary history.</description>
      <author>Jan-Holger Kirsch</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2945</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 14:38:27 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>»Jahrhundertstimmen«. Eine Sammlung von Tondokumenten als Quellen der deutschen Zeitgeschichte</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2943</link>
      <description>Vor knapp 40 Jahren hat Friedrich Kittler die »technische Ausdifferenzierung von Optik, Akustik und Schrift« durch Grammophon, Film und Typewriter um 1880 zur Epochenschwelle erklärt, mit der die Gutenberg-Galaxis der hegemonialen Schriftkultur an ihr Ende gekommen sei. Mit Thomas Lindenberger lässt sich dieses Ende der Gutenberg-Galaxis zugleich als der eigentliche Beginn der Zeitgeschichte verstehen, die dank der optischen und akustischen Zeit-Speicher-Medien epistemologisch auf einer anderen Grundlage stehe als die Geschichtsschreibung früherer Epochen. Nicht zuletzt in dieser Zeitschrift ist die »Herausforderung [der Zeitgeschichte] durch die audiovisuellen Medien« seitdem vielfach diskutiert und zum Ausgangspunkt der Geschichtsforschung gemacht worden. Dabei lässt sich jedoch eine gewisse Schieflage zugunsten der visuellen Medien nicht verkennen. Auch wenn sich die Sound History in den vergangenen Jahren zunehmend als eigenes Forschungsfeld innerhalb der Geschichtswissenschaft etabliert hat, kann man konstatieren, dass der quellenkritische Umgang mit historischen Tondokumenten bisher nicht die gleiche Aufmerksamkeit erhalten hat wie derjenige mit historischen Fotografien oder anderen Bildmedien. Die Publikation einer umfangreichen Sammlung von Tondokumenten in zwei Boxen mit insgesamt sieben MP3-CDs, 842 Tracks und knapp 64 Stunden Gesamtlaufzeit unter dem Titel »Jahrhundertstimmen« gibt nun die Gelegenheit, sich auf eine auditive Spurensuche durch das ganze 20. Jahrhundert zu begeben und vor dem Hintergrund der medienhistorischen Diskussionen der letzten Jahre nach dem Stellenwert von Tondokumenten als Quellen der (deutschen) Zeitgeschichte zu fragen.</description>
      <author>Daniel Morat</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2943</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 13:58:51 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der Blick vom Rande. Dan Diners eigenwillige Universalgeschichte Europas (1999)</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2942</link>
      <description>Aus meiner erstmaligen Lektüre von Dan Diners Buch »Das Jahrhundert verstehen«, das ich wohl zu Beginn der 2000er-Jahre las, ist mir die einleitende Bemerkung des Autors in Erinnerung geblieben, die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert sei besser zu fassen, wenn der Blick von der Potemkinʼschen Treppe in Odessa nach Süden und Westen streife. Der besondere Klang Diners ist mir ebenfalls im Ohr geblieben: viele prägnante Formulierungen, aber manchmal komplizierte Sätze – fast bis zur Unverständlichkeit. Die erneute Lektüre des Buches lässt der Treppe von Odessa ihren Wert als anschauliches Bild, aber die Botschaft tritt nun, nach 25 Jahren mehr an eigener Leseerfahrung und im Wissen um spätere Ereignisse, deutlicher hervor.</description>
      <author>Maurus Reinkowski</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2942</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 13:45:46 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Sowjetische Perspektiven unzensiert. Über Wassili Grossmans Roman »Stalingrad«</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2941</link>
      <description>Wassili Grossmans Roman »Stalingrad« ist ein besonderes literarisches und historisches Dokument. Dem deutschen Lesepublikum eröffnet das Werk erstmals in einer für die Entstehungszeit erstaunlichen Vielstimmigkeit, Drastik und Breite Zugang zu sowjetischen Erfahrungshorizonten und Sichtweisen auf Stalingrad. Als Kontrastfolie zum Kult um die Schlacht in Putins Russland und zur nationalpatriotischen Instrumentalisierung des »Großen Vaterländischen Krieges« für den Krieg gegen die Ukraine hat der Roman außerdem eine unmittelbare Aktualität. Und nicht zuletzt handelt es sich hier um ein literarisches Zeugnis der jüdischen Geschichte.</description>
      <author>Matthias Schwartz</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2941</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 13:18:43 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Alltagshilfe für tschechoslowakische Migrant:innen. Funde im Nachlass des Sozialdemokraten Ludwig Kolin (1924–2010) in Wien</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2940</link>
      <description>Im Zuge der Recherchen zu meiner Dissertation klingelte ich im März 2023 im &#13;
8. Wiener Gemeindebezirk an einer unscheinbaren Haustür. Drinnen lagerten, im Keller der Wohnanlage, mehrere Aktenordner und unzählige Bücher: ein kleiner Teil des Erbes des Bibliotheksvereins »Jirásek« und damit des Lebenswerks des Bibliotheksvorsitzenden und Sozialdemokraten Ludwig Kolin. Das Material befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Übergangszustand zwischen einer projektfinanzierten Lagerung im »Forschungszentrum für historische Minderheiten« (angeschlossen an das Volkskundemuseum Wien) und seiner neuen Heimat im Schulverein »Komenský«. In den darauffolgenden Stunden arbeitete ich mich in dem kalten Keller frierend, aber begeistert durch das Material, das besondere Einblicke in die Lebenswelt tschechoslowakischer Migrant:innen in Wien ermöglicht. Den Bestand und seinen Urheber möchte ich hier vorstellen.</description>
      <author>Klaas Anders</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2940</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 13:02:30 +0100</pubDate>
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    <item>
      <title>Zeugen eines Austauschs. Denkmäler Vadim Sidurs in Westdeutschland (1974–1993)</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2939</link>
      <description>Dieser Beitrag untersucht anhand von drei Plastiken des sowjetischen nonkonformistischen Bildhauers Vadim Sidur (1924–1986), die zwischen 1974 und 1993 in der Bundesrepublik Deutschland und in West-Berlin als Denkmäler aufgestellt wurden, wie Sidurs Werke über den Eisernen Vorhang reisten. Mit Hilfe von Archivmaterial, Egodokumenten und Interviews werden die politischen und kulturellen Bedingungen der Aufstellung analysiert. Die Rezeption von Sidurs Arbeiten durch westdeutsche Atelierbesucher:innen in der UdSSR und an den Aufstellungsorten in der Bundesrepublik zeigt, wie diese Werke im Kontext von Diskussionen zu Nationalsozialismus, Holocaust-Gedenken und Kaltem Krieg interpretiert wurden. Sidurs Plastiken bewegten sich nicht nur physisch über geographische Grenzen hinweg, sondern erfuhren durch diesen Transfer auch einen Bedeutungswandel. Die Analyse eröffnet neue Perspektiven auf transnationale, inoffizielle Kulturbeziehungen während des Kalten Krieges und der frühen 1990er-Jahre. Zudem erinnert der Beitrag an einen in der Ukraine geborenen Künstler, dessen Auseinandersetzung mit Krieg und Gewalt heute neues Interesse findet.</description>
      <author>Charlotte Adèle Murphy</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2939</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 12:26:53 +0100</pubDate>
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      <title>Hilfe für Gewaltregime? Die bundesdeutsche Militärkooperation mit Ruanda (1962–1994)</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2938</link>
      <description>Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland nehmen alle Bundesregierungen für sich in Anspruch, eine auf Frieden ausgerichtete Politik zu verfolgen. In Zeiten des Ost-West-Konflikts unterstützten sie in Afrika, Asien und Lateinamerika häufig aber auch autokratisch oder diktatorisch regierte Staaten mit fragwürdiger Menschenrechtsbilanz – darunter das seit 1962 unabhängige Ruanda. 1994 ließ dort eine verbrecherische Elite Hunderttausende Tutsi ermorden. Die Bundesregierung hatte die am Genozid beteiligte ruandische Armee zwischen 1978 und 1994 durch eine Bundeswehr-Beratergruppe in Kigali unterstützt. Schon zuvor hatte es Ausrüstungs- und Ausbildungshilfen gegeben. Die Auswertung kürzlich offengelegter Ministerial­akten zeigt allerdings, dass die Bundesministerien weniger an einer Effizienzsteigerung der ruandischen Streitkräfte oder an einer Demokratisierung interessiert waren. In der Logik des Ost-West-Konflikts versuchten sie mit geringen Ressourcen gute Beziehungen zu pflegen und sich Rückhalt für eigene Positionen zu sichern. Aufgrund außenpolitischer Abwägungen hielt die Bundesregierung auch nach 1990 an der Militärkooperation fest. Von der Eskalation zum Genozid wurde sie überrascht.</description>
      <author>Torsten Konopka</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2938</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 12:08:48 +0100</pubDate>
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    <item>
      <title>»Keine Zeit für Abenteuer« (ZDF 1970). Eine Fernsehserie und der Wandel der bundesdeutschen Entwicklungsdebatte</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2937</link>
      <description>Im Sommer und Frühherbst 1970 strahlte das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) 13 Folgen einer Serie aus, die die Arbeit fiktionaler westdeutscher Entwicklungshelferinnen und -helfer in Brasilien darstellte. In entwicklungspolitischen Kreisen stieß die Serie aufgrund ihrer stereotypen Behandlung des Themas auf erhebliche Kritik. Aber auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) suchte sich von der Sendung zu distanzieren, die seine Presse- und Öffentlichkeitsabteilung selbst mit angeregt und finanziell gefördert hatte, um für die Entwicklungshilfe zu werben. Der Aufsatz stellt die Inhalte der Serie dar und untersucht davon ausgehend die Motive hinter der ungewöhnlichen Kooperation. Dabei liegt der Fokus auf den Akteuren im BMZ, die die für sie neuartige Zusammenarbeit mit Fernsehleuten als Kontrollverlust erlebten. Die Analyse der TV-Produktion verdeutlicht zugleich den raschen Wandel in der bundesrepublikanischen Bewertung des Developmentalism. Dieser Wandel lässt sich auf die Entwicklungspraxis selbst zurückführen, aber auch auf globalhistorische Zäsuren der 1970er-Jahre.</description>
      <author>David Kuchenbuch</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2937</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 11:43:07 +0100</pubDate>
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      <title>Homosexuelle vor Gericht. Strafverfolgung in den 1950er- und 1960er-Jahren: Das Beispiel Frankfurt am Main</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2936</link>
      <description>Die 1950er-Jahre werden oft als eine Zeit gesellschaftlicher »Restauration« betrachtet, in der Sexualität massiv unterdrückt worden sei. Als ein Beleg dafür wird die fortgesetzte polizeiliche und gerichtliche Verfolgung Homosexueller genannt, für die das »Dritte Reich« erst mit der Strafrechtsreform von 1969 ein Ende gefunden habe. Weniger Beachtung findet, dass sich viele Mediziner und Juristen schon in den frühen 1950er-Jahren für eine Reform des Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches starkmachten, der homosexuelle Handlungen unter Männern mit Gefängnis bedrohte. Welche Auswirkungen die Reformdebatte auf die Praxis der Strafverfolgung hatte, wird in diesem Aufsatz anhand von 1.526 Urteilen untersucht, die Frankfurter Gerichte in den Jahren 1946 bis 1965 fällten. Dabei zeigt sich, dass die Gerichte die »einfache« Homosexualität unter Erwachsenen tendenziell immer milder beurteilten, während die »schweren« Fälle sogenannter »Jugendverführung« weiterhin streng verfolgt wurden. Dies spricht dafür, die 1950er- und 1960er-Jahre nicht nur als eine Zeit neuerlicher Repression zu betrachten, sondern auch als eine Phase des Umbruchs und der allmählichen Liberalisierung.</description>
      <author>Alexander Zinn</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2936</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 11:15:04 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title>Vom Wassermangel zur Westbindung. Die Dürre von 1947 in der Bizone und das deutsch-amerikanische Verhältnis</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2935</link>
      <description>Die Dürre von 1947 war nicht nur eine der extremsten Wetteranomalien der mitteleuropäischen Neuzeit, sondern auch ein von der Forschung bisher unterschätzter Faktor der frühen deutschen Nachkriegsgeschichte. Analysiert werden hier die sozioökonomischen Folgen der Trockenperiode, die im Süden Deutschlands am größten waren, und die politischen Reaktionen darauf – von Besatzungsbehörden, Bizonen-Verwaltung, bayerischer Landesregierung und landwirtschaftlichen Interessengruppen. Massive Ernteausfälle ließen eine humanitäre Krise befürchten, doch entschied sich die US-Regierung vor dem Hintergrund des beginnenden Kalten Krieges im letzten Moment für umfangreiche Hilfslieferungen. Die Dürre trug auch zur Neuorientierung der westalliierten Deutschlandpolitik bei. Damit die Besatzungsmächte nicht erneut für kostspielige Lebensmittellieferungen aufkommen mussten, sollten die Deutschen rasch mehr Verantwortung für ihre Selbstorganisation erhalten. Die politischen Reaktionen auf die Dürre in Westdeutschland werden abschließend mit der damaligen Situation in anderen Regionen und Ländern Europas verglichen. Dabei ergeben sich auch weiterführende zeithistorische Perspektiven auf die Klimaforschung.</description>
      <author>Victor Jaeschke</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2935</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 10:36:48 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Demokraten und Gläubige? Leistungen und Grenzen von Richard Hofstadters »Anti-intellectualism in American Life« (1963)</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2881</link>
      <description>1964 gewann Richard Hofstadters im Jahr zuvor erschienenes Werk »Anti-intellectualism in American Life« den Pulitzer Prize in der Kategorie General Nonfiction. In dem bis heute immer wieder neuaufgelegten Buch geht Hofstadter (1916–1970) in vier Teilen den historischen Ursprüngen des seiner Überzeugung nach allgegenwärtigen Antiintellektualismus in den USA nach. Das Buch folgt dabei zugleich einem thematischen und chronologischen Aufbau, indem der Autor zunächst die religiösen Wurzeln des Phänomens bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgt, um schließlich mit Überlegungen zum US-amerikanischen Schulsystem im 20. Jahrhundert zu enden. Im Lichte der aktuellen wissenschafts- und bildungsfeindlichen Disruptionen in den USA verdient das Buch eine erneute, historisierende Lektüre – mit Blick auf seine Leistungen und Grenzen.</description>
      <author>Stefanie Coché</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2881</guid>
      <pubDate>Mon, 07 Jul 2025 13:29:15 +0200</pubDate>
    </item>
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      <title>Historische Anthropologie des globalen Kapitalismus. Sidney W. Mintz und die »Kulturgeschichte des Zuckers« (1985/87)</title>
      <link>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2870</link>
      <description>Sidney Mintzʼ »Kulturgeschichte des Zuckers« ist längst ein Klassiker. Mintz (1922–2015) charakterisierte das Buch als Ergebnis einer langjährigen »Erforschung der Geschichte der Karibik und derjenigen tropischen, vornehmlich landwirtschaftlichen Produkte […], die mit der ›Entwicklung‹ dieser Region seit ihrer Eroberung durch die Europäer fest verknüpft sind« (S. 11). Ihn habe interessiert, wie und warum Europäer und Nordamerikaner zu Konsumenten karibischer Erzeugnisse wurden. »Und wenn man versucht«, so die programmatische Formulierung, »Konsumption und Produktion, Kolonie und Metropole zusammenzubringen, dann geschieht es leicht, daß man die eine oder die andere – den ›Mittelpunkt‹ oder den ›Außenrand‹ – nicht mehr so richtig scharf sieht.« (S. 13)</description>
      <author>Timo Luks</author>
      <category>article</category>
      <guid>https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/2870</guid>
      <pubDate>Mon, 07 Jul 2025 13:23:30 +0200</pubDate>
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