Datenmüll und Infosmog. Über einige Hindernisse (kultur)wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns heute

  • In diesem Beitrag geht es nicht um (zeit)historiograpische Inhalte oder Methodenprobleme im engeren Sinne. Das Augenmerk soll vielmehr bestimmten Bedingungen gelten, die das Umfeld der Forschung ausmachen. Das abgebildete Trüffelschwein und wir Wissenschaftler haben zumindest eines gemeinsam − die Fülle potentiell relevanter Informationen für unser jeweiliges Fachgebiet übersteigt die Aufnahmefähigkeit bei weitem. Der Literaturwissenschaftler Harald Weinrich hat das Problem folgendermaßen skizziert: „Wer heute, etwa als junger Wissenschaftler, in das Unternehmen Forschung eintritt und dabei auch das Handwerk der Informationsbeschaffung gelernt hat, sieht sich alsbald, und zwar in ausnahmslos jedem Fach und bei fast jedem Thema, einem so überwältigenden Informationsangebot gegenüber, daß er Jahre braucht, um diesen Informationsberg zu erklimmen. Oben angekommen, wo sein eigenes Suchen und Forschen beginnen könnte, muß er feststellen, daß inzwischen, während er den ‘Stand der Forschung’ erarbeitet hat, längst wieder andere Berge von Materialien, die zur Kenntnis genommen werden wollen, nachgeschoben worden sind. Denn Hunderttausende von Wissenschaftlern produzieren eben Millionen von Büchern, Zeitschriftenaufsätzen und anderen Datenangeboten, die unabsehbar weit über die Kapazität eines einzelnen Menschen hinausreichen.“

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Metadaten
Author:Jan-Holger Kirsch
DOI:https://doi.org/10.14765/zzf.dok.1.1088
Parent Title (German):Potsdamer Bulletin für Zeithistorische Studien
Document Type:Journal Article
Language:German
Date of Publication (online):2017/11/21
Date of first Publication:2004/01/01
Release Date:2017/11/22
Volume Number:2004
Issue:32/33
First Page:9
Last Page:18
ZZF Topic-Classification:Wissenschaft
Licence (German):License LogoZZF - Clio Lizenz