Imperien im 20. Jahrhundert. Eine Einführung

  • Vom Wort „Imperium“ geht eine archaische Faszination aus. Es weckt Assoziationen von herrscherlicher Willkür und roher militärischer Gewalt, von oberster Autorität, die keine Gleichberechtigten anerkennt, von kommandierender Verfügung über riesige Räume, schließlich über den Erdball an sich. Das Bildgedächtnis wartet mit Spektakulärem auf: der Brutalität des Nebukadnezar, der Dynamik Alexanders, Peter Ustinovs Kaiser Nero, Chaplins Großem Diktator im Ballett mit dem Globus, Eroberungsschlachten seit Cortez’ Vormarsch gegen die Azteken, Rückzugsgefechten bis Algier 1958 und Saigon 1975. Im Imperium kristallisiert sich der höchste Anspruch auf monopolisierte Macht. Allein aus Gründen symbolischer Politik musste daher jeder US-Präsident nach dem Zusammenbruch des strategischen Gleichgewichts der Supermächte eine imperiale Rhetorik und einen imperialen Gestus annehmen (was George W. Bush in besonders ausgeprägter Weise getan hat).

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Metadaten
Author:Jürgen OsterhammelGND
URL:https://www.zeithistorische-forschungen.de/1-2006/4627
DOI:https://doi.org/10.14765/zzf.dok-1981
Parent Title (German):Zeithistorische Forschungen – Studies in Contemporary History
Publisher:ZZF – Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen
Place of publication:Potsdam
Document Type:Journal Article
Language:German
Date of Publication (online):2006/04/11
Date of first Publication:2006/04/11
Release Date:2020/10/25
Volume:3
Issue:1
First Page:4
Last Page:13
ZZF Chronological-Classification:20. Jahrhundert
1945-
vor 1900
1900-1945
ZZF Topic-Classification:Politik
Imperien
Raum
Dekolonisation
Global History
Weltgeschichte
Internationale Beziehungen
ZZF Regional-Classification:regional übergreifend
Web-Publications:Zeithistorische Forschungen
Studies in Contemporary History: Articles:1 / 2006 Imperien im 20. Jahrhundert
Licence (German):License LogoZZF - Clio Lizenz