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Die ambivalente Geschichte jüdischen Lebens in Berlin und dessen Platz in der heutigen Erinnerungskultur Das jüdische Berlin hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Seit dem Mittelalter gab es antijüdische Pogrome, mörderische Verfolgung und erzwungene Emigration. In Berlin erkämpften Jüdinnen und Juden aber auch ihre Emanzipation. Sie beanspruchten einen wichtigen Platz in der Geschichte des Berliner Geisteslebens und in der Wirtschaft der boomenden Industriemetropole. Im Kaiserreich entwickelte sich die deutsche Hauptstadt zum Zentrum des jüdischen Lebens in Deutschland, das in der Weimarer Republik seine Blüte erfuhr, bevor es in der NS-Diktatur systematisch zerstört wurde. Doch auch im geteilten und im wiedervereinigten Berlin gab es wieder ein jüdisches Leben in Berlin, das heute vor neuen Herausforderungen steht. Der Band versammelt Beiträge von Expertinnen und Experten zur Geschichte jüdischen Lebens in Berlin. Er thematisiert die ambivalente Geschichte des Berliner Judentums und dessen Platz in der heutigen Erinnerungskultur.
Der Artikel stellt den noch jungen Ansatz der „mehr als menschlichen Geschichte“ vor, der den Menschen aus dem Zentrum der Geschichtsschreibung rückt und die Beziehungen zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen, Dingen, Technologien und anderen nichtmenschlichen Akteuren untersucht. Angesichts von Klimawandel, Artensterben und Umweltzerstörung eröffnet der Ansatz neue Perspektiven auf die Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt.
Demokratie
(2026)
Der Artikel zeichnet die Entwicklung des Demokratiebegriffs von der Antike bis zur Gegenwart nach, stellt unterschiedliche Formen und Vorstellungen von Demokratie vor und zeigt, wie sich demokratische Teilhabe, politische Gleichheit und gesellschaftliche Ausschlüsse im Laufe der Geschichte verändert haben.
MfS-Fotografien und operative Bildlichkeit. Das visuelle System der Staatssicherheit (1950-1989)
(2026)
Das Forschungsprojekt „MfS-Fotografien und operative Bildlichkeit“ untersucht den Einsatz von Fotografien durch das Ministerium für Staatssicherheit und zeigt, wie diese für Überwachung, Dokumentation und Ermittlungen genutzt wurden. Dabei wird erklärt, welche Bedeutung Fotografien für die Arbeit der Staatssicherheit hatten.
In den 1960er-Jahren wurde die Zeitschrift twen durch ihre zunehmend freizügige und erotische Darstellung des männlichen Körpers zu einer Stimme des gesellschaftlichen Wandels. Während Männer in diesen Darstellungen als eigenständige Subjekte erschienen, blieben Frauen weiterhin in der Rolle des Objekts.
Der Blick auf die Regulierung der häuslichen Wärmeenergienutzung bietet neue Perspektiven auf das Verhältnis von Konsum, Energiepolitik und Staatlichkeit. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde das private Heizen politisiert. Prognosen über drohende Umwelt- und Klimaschäden sowie die Knappheit der fossilen Energieressourcen führten ab den 1970er-Jahren zu einem neuen Nachdenken über das Verhältnis von Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum. Thomas Lettang zeigt, wie ein neues staatliches Handlungsfeld der Wärmepolitik in der Bundesrepublik entstand, das einen sparsameren Umgang mit Energie fördern sollte. Denn Politiker, Wissenschaftler und Energieversorger verorteten enorme Einsparpotenziale beim Heizen der Privathaushalte. Die Umwelt- und Anti-AKW-Bewegungen forderten zudem größere Anstrengungen für eine Energiewende ohne Kernenergie. Der Autor analysiert das politische Aushandeln von Regulierungspraktiken in der Energiepolitik und damit auch den Wandel von Staatlichkeit insgesamt. So hat weniger der Marktliberalismus an Bedeutung gewonnen als vielmehr der Interventionsstaat, der private Konsummuster und Technologien zu regulieren versuchte. Im Zentrum stand die Frage, die noch heute die politischen Debatten prägt: Sind rechtliche Verbote, moralische Gebote oder ökonomische Anreize legitim und geeignet, um den Energieverbrauch, das Heizverhalten und den Wärmeschutz zu verändern?
Arbeit bestimmt unser Leben. Arbeitsverhältnisse entscheiden über gesellschaftliche Zugehörigkeiten und den materiellen Status. Sie modellieren Geschlechterbeziehungen, formen Lebensläufe und hinterlassen Spuren in den sozialen Beziehungen. Die Deindustrialisierung, die Ausweitung des Dienstleistungssektors und die Digitalisierung veränderten seit den 1970er Jahren die Arbeitswelt tiefgreifend. Im vorliegenden Band wird nach den Auswirkungen dieser Transformationen im geteilten und vereinigten Deutschland gefragt und gezeigt, wie sie die Soziallagen, aber auch das Bewusstsein von Erwerbstätigen verändert haben. Die Autorinnen und Autoren widmen sich u. a. internationalen Produktionsverlagerungen, der Umwandlung von Industrierevieren in Dienstleistungsquartiere, spezifisch weiblichen Berufsfeldern wie dem Einzelhandel, migrantisch geprägten Tätigkeiten im Entsorgungs- und Reinigungsgewerbe und analysieren Privatisierungsfolgen sowie die Wissensgeschichte der Prekarität. Im Fokus stehen dabei Arbeitserfahrungen, durch veränderte Arbeitspraktiken hervorgebrachte soziale Polarisierungen sowie der gewerkschaftliche Umgang mit Rationalisierung und Arbeitslosigkeit.
