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Keine Stunde Null. Sozialwissenschaftliche Expertise und die amerikanischen Lehren des Luftkrieges

  • Alle Kriegsparteien bombardierten im Zweiten Weltkrieg Ziele, die lange Zeit als zivil gegolten hatten. Diese sogenannten strategischen Bombardierungen wurden im Auftrag der US-Regierung ab dem Kriegsende mit einem Stab von über 1.000 Mitarbeitern in Deutschland und Japan aufwendig evaluiert (United States Strategic Bombing Survey, USSBS). Mithilfe ambitionierter Sozialwissenschaftler gelang es der jungen US Air Force, den strategischen Luftkrieg als militärisch und psychologisch entscheidend darzustellen, und so taten sich für die Luftkriegsexperten auch nach 1945 attraktive neue Beschäftigungsfelder auf. Die Wissenschaftler argumentierten, sie seien in der Lage, methodisch abgesichert einen schnellen und vermeintlich »sauberen« Krieg aus der Luft zu planen. Der Aufsatz stellt die bisher kaum erforschten Logiken und Folgen dieser Kooperation sowie die behaupteten Lehren des Weltkrieges für den Korea- und den Vietnamkrieg dar. Damit hinterfragt er das gängige Verständnis einer radikalen Zäsur, die der erste Einsatz der Atombombe mit sich gebracht habe, und plädiert für einen neuen Blick auf die Militär-, Gewalt- und Wissensgeschichte des »Kalten Krieges«.
  • In World War II, all warring parties bombed targets previously regarded as civilian. After the war concluded, the US government commissioned a team of over 1,000 people in Germany and Japan to evaluate these so-called ›strategic bombing campaigns‹ (United States Strategic Bombing Survey, USSBS). With the help of ambitious social scientists, the US Air Force was able to cast the strategic air war as militarily and psychologically decisive, opening up new, attractive fields of study for experts of aerial warfare after 1945. These social scientists argued that with their special knowledge, they could plan methodically sound, quick and allegedly ›clean‹ warfare by air. This article depicts the largely unexplored logic behind, and consequences of, this cooperation, as well as the lessons claimed to be learned for the Korean and Vietnam War. It thereby questions the common understanding of the first deployment of an atomic bomb as a radical turning point, and establishes a new perspective on military history and the history of scientific knowledge during the Cold War.

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Metadaten
Author:Sophia Dafinger
URL:https://www.zeithistorische-forschungen.de/1-2020/5809
DOI:https://doi.org/10.14765/zzf.dok-1772
Parent Title (German):Zeithistorische Forschungen – Studies in Contemporary History
Publisher:ZZF – Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen
Place of publication:Potsdam
Document Type:Journal Article
Language:German
Date of Publication (online):2020/04/28
Date of first Publication:2020/04/28
Release Date:2020/07/02
Volume Number:17
Issue:1
First Page:11
Last Page:35
Note:
Aufgrund einer Vereinbarung mit dem Verlag Vandenhoeck & Ruprecht wird die PDF-Version des Artikels erst ab Sommer 2021 zum Download zur Verfügung stehen. Alle Inhalte der Zeithistorischen Forschungen (inkl. der älteren PDF-Versionen) finden Sie im Archiv auf der Zeitschriften-Website http://zeithistorische-forschungen.de/ .
ZZF Regional-Classification:Europa
Europa / Westeuropa
Europa / Westeuropa / Deutschland
Amerika
Amerika / Nordamerika
Amerika / Nordamerika / USA
regional übergreifend
Asien
Asien / Südostasien
Asien / Ostasien
Asien / Ostasien / Korea
Asien / Ostasien / Japan
ZZF Chronological-Classification:1940er
1945-
ZZF Topic-Classification:Militär
Politik
Transnationale Geschichte
Außenpolitik
Besatzungsherrschaft
Friedens und Konfliktforschung
Internationale Beziehungen
Krieg
Planung
Infrastruktur
Wissenschaft
Wissen
Zäsuren
Portal:Zeithistorische Forschungen
Zeithistorische Forschungen: Originalbeiträge:1 / 2020 Offenes Heft
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