"Ein Magnet, der die Armut anzieht". Bevölkerungsexplosion und soziale Polarisierung in Berlin 1830-1860

  • Die preußische Hauptstadt sei "sehr groß". Man könne "sich leicht verlaufen, so daß man weder Weg noch Steg weiß", mokierte sich wohl auch aufgrund eigener leidvoller erfahrungen der berühmte Historiker Jacob Burckhardt, 1839 aus dem beschaulichen Basel nach Berlin gekommen, um bei Leopold v. Ranke und Gustav Droysen Geschichte zu studieren.Auf andere wirkte die Preußenmetropole nicht so einschüchternd. Obwohl (oder:weil) Berlin im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts gleichsam "blitzschnell" in die erste Garnitur der größeren europäischen Hauptstädte aufstieg, mit altehrwürdigen Metropolen wie Wien gleichzog und andere wie Prag oder Rom in den Schatten stellte, äußerte Heinrich Heine, der mit der traditionsreichen kontinentaleuropäischen Metropole Paris wohl auch eine zu hohe Meßlatte ansetzte, 1822 verächtlich: "Berlin ist gar keine Stadt, sondern Berlin giebt bloß den Ort dazu her, wo sich eine Menge Menschen ... versammeln, denen der Ort ganz gleichgültig ist."

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Metadaten
Author:Rüdiger HachtmannGND
DOI:https://doi.org/10.14765/zzf.dok.1.816
Parent Title (German):Leben und Arbeiten auf märkischem Sand. Wege in die Gesellschaftsgeschichte Brandenburgs 1700-1914
Publisher:Verlag für Regionalgeschichte
Place of publication:Bielefeld
Editor:Ralph Pröve, Bernd Kölling
Document Type:Part of a Book
Language:German
Date of Publication (online):2017/04/10
Date of first Publication:1999/01/01
Publishing Institution:Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V.
Release Date:2017/04/11
First Page:149
Last Page:190
ZZF Regional-Classification:Europa / Westeuropa / Deutschland
ZZF Topic-Classification:Bevölkerung
Sozialstruktur
Städte
ZZF Chronological-Classification:vor 1900
Licence (German):License LogoZZF - Clio Lizenz