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In einem Zeitraum von 14 Tagen, zwischen dem 20. Dezember 1915 und dem 3. Januar 1916, schickte der Soldat Willi Henseleit insgesamt sieben Ansichtskarten, aus einer Reklameserie des Berliner Kaufhauses Heinrich Jordan, an seine Tochter in Berlin.
Diese stille „Kaufhausidylle“ steht in einem deutlichen Gegensatz zu den handschriftlichen Mitteilungen, in denen Henseleit von seinem Soldatenalltag und dem „Kriegsschauspiel“ bei eisiger Kälte berichtet.
Das kontrastreiche Verhältnis zwischen Bild- und Textseite dieser „Sammlung in der Sammlung“ weckte unser Interesse.
In their project, Picture Me, the authors engage with a burgeoning interest in queer Finnish history and with scholarship from the German tradition of visual history to consolidate a new research field called queer visual history. Each researcher in the project is working with a particular archival record, or records, associated with Finnish historical figures that are alleged to have lived queer lives. The shared concern is, to test what visual methods can do to enhance our historical analyses and, and to embrace the richness of the photographic archive for the ways in which it has been able to capture not just individuals’ stories, but the spaces in which they lived, the people who accompanied them, and even the perspectives with which they viewed their own lives.
Jovan Ritopečki (1923-1989) war ein jugoslawischer Fotograf und Bildjournalist, der in den 1970er und 1980er Jahren das Leben jugoslawischer Migrant:innen in Österreich für österreichische und jugoslawische Medien und als „Community“-Dokumentarist begleitete. Sein Archiv blieb jahrzehntelang in Familienbesitz verwahrt und einer breiteren Öffentlichkeit unbekannt. Seine Wieder- bzw. Neuentdeckung ist ein Glücksfall für die Forschung und Öffentlichkeit. Eine neue Bilddatenbank macht diesen bisher kaum bekannten Nachlass nun zugänglich.
Bilder von Leichtigkeit und Normalität inmitten einer Welt, die zutiefst erschüttert wurde. Im Urlaub, beim Sport, selbst auf der Flucht und nach der Ankunft im Exil: Während der Zeit des nationalsozialistischen Terrors hielten Jüdinnen und Juden ihren Alltag mit der Kamera fest. Ihre Fotos bewahrten sie oft in selbst gestalteten Alben auf. Die herausgestellte Leichtigkeit und die Normalität der Bilder stehen quer zum Wissen um die Anfeindung und Entrechtung, die die Abgebildeten als Juden erfuhren. In einer Zeit, in der ihre gesamte Lebenswelt zutiefst erschüttert wurde, gewinnen sie aber eben dadurch an Bedeutung. Anhand einer sensiblen Analyse von mehr als hundert größtenteils unbekannten Sammlungen zeigt Robert Mueller-Stahl, wie die private Fotografie für Jüdinnen und Juden zu einem Medium der Selbstbestimmung wurde. Kamera und Album ermöglichten es ihnen, sich so zu sehen und zu erinnern, wie sie selbst es wollten. Die Fotos widersetzen sich nicht nur den Blicken der Tätergesellschaft, sie fordern auch die heutigen Vorstellungen über das jüdische Leben der Zeit heraus. Inmitten von Verfolgung und Vernichtung sind es Zeugnisse des Lebens. Ausgezeichnet mit dem Humboldt-Sonderpeis für Forschung zu Judentum und Antisemitismus der HU Berlin.
Wie bildeten sich nationalistische Milieus in der Bonner Republik und welche Veränderungen durchliefen sie? Der Rechtsradikalismus formierte sich in der Bundesrepublik nicht nur über Parteien, sondern auch über nationalistische Milieus mit geteilten Lebenswelten und Netzwerken. Diese zeichnen sich durch ein kommunikatives Handeln aus, das rechtsradikale Vorstellungen und Praktiken festigte, etwa durch gesellige Ausflüge, Aktionen von Jugendverbänden oder Treffen in bestimmten Räumen. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes spüren der Lebenswelt nach, in der Rechtsradikale agierten und ihre Netzwerke ausbauten. Sichtbar wird, wie sich ihr Auftreten nach dem Nationalsozialismus veränderte und sie sich an den Gesellschaftswandel anpassten. Damit wird zugleich deutlich, wie sich Weltanschauung, Organisationen und Parteien der extremen Rechten veränderten, ebenso ihre sozialen Praktiken, Aktionsformen und Gewalthandlungen.
Im Spätsommer 1991 führt die Neugier Anselm Graubner nach Kamtschatka ganz im Osten der Sowjetunion. Diese besteht zu diesem Zeitpunkt nur noch auf dem Papier. Die sowjetische Ordnung zerfällt auch am äußersten Rand des Imperiums, in einer Region, die bereits im 18. Jahrhundert unter Zarenherrschaft kolonisiert wurde. In einer Übergangszeit voller Ungewissheit heuert der damals 23-jährige Fotograf bei der Regionalzeitung Kamtschatskaja Prawda an, ein an sich unerhörter Vorgang. Seine Sprachkenntnisse sind dürftig, doch sein Blick ist wach. Und so entstehen eindrucksvolle Aufnahmen aus dem Lebens- und Arbeitsalltag der Menschen auf der Halbinsel am Pazifik. Sie illustrieren die zunehmend kritischer und mutiger werdenden Beiträge im vormaligen Parteiblatt. Doch der Ausflug in den fernöstlichen Journalismus endet für Anselm Graubner schnell. Nachdem die rote Sowjetfahne zum Jahresende 1991 eingeholt wird, verweist die neue alte Obrigkeit der Russischen Föderation den Journalisten aus dem Westen noch im Januar 1992 des Landes. Erhalten geblieben sind von diesem kurzen Stück Lebensweg - zum Glück für uns - einzigartige Fotografien eines besonderen Augenblicks der jüngsten Zeitgeschichte an einem uns auch heute wieder fernen Ort. Das Buch entstand zusammen mit einer Fotoausstellung des Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.
Der Historiker Reinhart Koselleck (1923-2006) gehört bis heute zu den inspirierendsten, aber auch kritisch diskutierten Repräsentanten seiner Zunft. Seine Arbeiten zielen auf die katastrophalen Erfahrungen der Moderne: auf Gewalt und Terror sowie das Problem der Verselbständigung und Beschleunigung der Geschichte. Aktuell und brisant sind sie nicht zuletzt durch ihre politischen Implikationen, so war für Koselleck die bürgerliche Gesellschaft keine unhinterfragbare Grundlage seines Denkens. Die Autorinnen und Autoren spüren seinen Werken anhand verschiedener Themenfelder wie dem Verhältnis zu Aufklärung, Geschichtsphilosophie, Apokalyptik, Liberalismus und Marxismus oder anhand des Krisen-, Revolutions- und Katastrophenbegriffs nach und stellen dabei Bezüge zu anderen Theoretikern wie Walter Benjamin, Bernhard Groethuysen oder Heinz Dieter Kittsteiner her, die in der bisherigen Forschung zu Koselleck noch kaum eine Rolle spielen.
Kommentar zur Quelle: Quelle: Bekennerschreiben der Europäischen Befreiungsfront (Faksimile), in: Berliner Extra-Dienst, Nr. 13/V vom 17. Februar 1971 (Sammlung Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam).

